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Donnerstag, 18.09.2014
Tag 27 - Das letzte mal ueber 2000 HM
Mantet → Col de Mantet → Py → Col de Jou → Refuge de Mariailles → Pica de Canigo → Refuge des Cortalets

Heute bin ich das Letzte mal auf ueber 2000 HM. Morgen geht's dann bergab in's Flachland. Um das heute nochmal richtig krachen zu lassen, bin ich auch vom GR10 etwas abgewichen um einen Gipfel mitzunehmen. Doch dazu spaeter mehr...
Col de Mantet

Das Fruehstueck hatte ich ja auf 6:30 bestellt. Das war eigentlich auch genau richtig, wenn gestern nicht das gute Essen und der ganze Wein gewesen waere. Ja, der Wein. Davon habe ich sicher einen Liter getrunken. Das half trotzdem nicht fuer's einschlafen, da das Walross, das gestern erst um 8 Uhr angekommen ist, am laufenden Band geschnarcht hat. Dann leidet sie auch noch an Schlafapnoe. Na herzlichen Dank, und dann futtert die auch noch etwas von meiner Portion Essen weg. Um 6:15 klingelte das erste mal der Wecker, den ich gleich weiterstellte. Dann stand ich aber, ohne dass der Wecker klingelte um 6:25 auf, nahm meinen Schlafsack und die anderen Sachen und brachte diese raus in den Vorraum. Dort hatte ich schon gestern das meiste Graffl inklusive meinem Rucksack deponiert um das Walross nicht all zu lange mit meinem Aufstehen zu stoeren. Die Toilette musste ich wg. meinem abendlichen Alkoholkonsum oefters als nur einmal besuchen, da mein Magen rebellierte. Beim Fruehstuecksraum oben angekommen stand schon das meiste bereit. Leider bekam ich nur einen halben Liter Milch fuer die heisse Schokolade, aber das ist besser als keine heisse Schokolade. Dazu gab's Brot, Butter und selbstgemachte Marmelade. Das Sahnehaeubchen bildete ein Stueck selbstgemachter, sau leckerer Apfelkuchen. Davon haette ich auch den ganzen Kuchen verdruecken koennen. Dann ging's an's Bezahlen und wie erwartet war der Preis auch etwas hoeher als bei anderen Unterkuenften, aber dafuer war das Essen auch gut und der Wein mal wieder inklusive. Um 7:15 konnte ich dann schon sehr frueh in die heutige Etappe starten. Es erwarteten mich mal wieder weit ueber 1000 HM Anstieg.
Py

Zuerst aber musste ich durch das Dorf hochlaufen. Die rot-weissen Markierungen leiteten mich dann auf eine Wiese, wo ich auch keine Markierungen mehr fand. OK, wenn nicht so, dann halt auf dem direkten Weg. So stieg ich direkt die Wiese nach oben in Richtung Strasse. Einen Elektrozaun ueberwand ich ohne Stromschlag, indem ich den Elektrofaden mit einem grossen Ast herunterdrueckte. Nach etwas Kraxelei bei einer Steinmauer gelangte ich dann auch zur Strasse hoch und lief dieser weiter entlang. Und dann kam er [der Weg] auch schon zur Kehre bei der Strasse hin hochgezuckelt und ich konnte wieder den Wanderweg zum Hochsteigen nutzen. Es galt aber nur 200 HM zu ueberwinden was in der Frueh ja wirklich ein Katzenspiel war. Es war uebrigens beim Start der Etappe gerade so hell, dass ich schon ohne Stirnlampe loslaufen konnte. Als ich beim Col de Mantet angekommen war, hatte ich auch einen Ausblick auf viele Gipfel. Eines war heute klar: Egal, ob ich den Pica de Canigo sah oder nicht, auf mind. die Hoehe von einem der weit entfernten Gipfel werde ich heute noch hochsteigen. Dann ging der Abstieg los der die Strasse ab und zu mal kreuzte oder dieser fuer ein paar Meter folgte. Gleich bei den ersten paar HM Abstieg spuerte ich gleich meine Kniee. Ich bin heilfroh, dass der Spass bald vorbei ist. Lange machen die Kniee es sicher nicht mehr mit. Sehr vorsichtig stieg ich so weiter ab, wobei der Abstieg selbst gar nicht mal so steil verlief. Obwohl die Sonne sich heute bei diesem Abstieg nicht hinter einem Berg den ich hochlief verstecken konnte, war sie dennoch hinter einem sehr, sehr weit entferntem Berg, da ich noch so frueh dran war. In dem Ort Py kam ich gegen 8:30 Uhr an und hatte damit leider das Pech, dass hier alles immer noch geschlossen hatte. Aber 's hilft nichts, dann gehe ich eben einfach weiter. Darauf, eine Stunde hier zu warten, hatte ich ueberhaupt keine Lust.
Ausblick bei dem Aussichtspunkt

Der Weg ab Py (Ja, das ist wirklich ein Ortsname!) folgte noch ein bisschen ein paar kleinen Straesschen, ueberquerte einen Fluss und bog dann rechts von der Strasse auf einen kleinen Wanderweg ab. Die ganze Szenerie hier erinnerte mich dann doch sehr an die ersten paar Tage des GR11. Das Gras war etwas ausgetrocknet und ein paar steile, zerklueftete Felsen schauten hier und dort mal aus den Bergen heraus. Ganz langsam stieg dieser Weg auf, manchmal auch wieder etwas ab und zog sich um den Berg herum. Bei einem schoenen Aussichtspunkt waren auch schon ein paar Wanderer, die sich auch auf Wanderschaft begeben haben. Der Weg zog sich dann noch weiter den Berg entlang, um dann nochmal steil zum Col de Jou anzusteigen. Damit waren die ersten 200 HM geschafft, fehlten noch 600 weitere bis zur naechsten Huette. Allmaehlich knurrte mir auch wieder der Magen und ich freute mich schon auf ein gutes Essen bei der Huette - wenn es dort etwas um diese Uhrzeit gibt.
Die Suone entlant derer der Wanderweg verlief

Der Weg dorthin war dann wie schon der vorherige sehr schoen, aber auf seine eigene Art. Erst mal verlief dieser gemuetlich im Wald etwas aufsteigend, dann in Serpentinen sehr steil hoch. Oben angekommen lief ich ueber einen Minigrat, der wieder huebsch mit Felsen dekoriert war. Danach folgte dieser einem Flusslauf, der seltsam der Bergseite folgte, statt steil abzusteigen. Das scheint wieder ein kuenstlich angelegter Flusslauf zu sein. Also eine Art Suone wie ich sie schon mal in der Schweiz gesehen habe und auch beim Abstieg von Nuria. Da wollte wohl irgendjemand seine Felder mit Wasser versorgen oder allgemein Wasser abzapfen. Manchmal verlief der Weg von dieser Suone weg da deren Berandung etwas duenn war, aber immer wieder kehrte der Weg zu der Suone zurueck. Es gab sogar einmal einen Wasserfall, was ich vorher bei einer Suone auch nicht gesehen hatte. Als sich der Wanderweg dann von der Suone wegbewegte, stieg der Weg nochmal etwas an und es dauerte noch etwas, bis ich dann endlich bei der Huette ankam. Etwas hat mir aber richtig gestunken: Hier oben fuehrt eine Schotterstrasse fuer die Grattler rauf. Aber hier war weit und breit niemand zu sehen, was fuer mich wiederum prima war.
Bizarre Gesteinsformationen

Bei der Huette angekommen, bestellte ich mir Cola+Bier sowie ein Omlette mit Kaese und Schinken. Das war jetzt genau das Richtige um mir nochmal Energie fuer die naechsten etwas ueber 1000 HM Aufstieg zu einem Gipfel zu holen. Das Omlette schmeckte wunderbar und ich wurde mal wieder gefragt, ob ich denn ernsthaft Cola+Bier mixe und woher ich komme. Als ich dann sagte, dass Heineken ja kein Bier ist, hatte die Frau aber auch Verstaendnis dafuer. Dann verkauften die mir auch noch Brot, sodass ich auch noch Brotzeit mit dem Rest an Wurst und Kaese in meinem Rucksack machen konnte. Ein weiteres Cola trank ich noch und eine Dose Bier landete als Gipfelglueck im Rucksack. Zeitlich war ich genau richtig dran. Ich habe fast 2 Stunden weniger als im Fuehrer angegeben gebraucht und es war bei meiner Ankunft etwa 11:15 Uhr.
Steiniger Grat

Ich gab mir eine dreiviertel Stunde um zu entspannen und um meinen Fuessen etwas Erholung zu geben, dann ging's gleich wieder los. Die erste Wasserflasche fuellte ich mit Wasser von der Huette und die Zweite leerte ich ein paar Minuten nach Abmarsch aus, da es unterwegs eine Quelle geben wird. Der Wanderweg verlief ganz leicht ansteigend wieder den Berghaengen entlang, querte hier und da ein paar Fluesse und ich musste mich einmal auch gegen Kuehe durchsetzen, die mir auf dem Wanderweg entgegengetrieben wurden. Gutes zureden half dabei aber weiter und ich konnte getrost weiterlaufen. Ich legte auch "Lamb of god" ein, um mir ein bisschen extra Schub zu geben. Mit dieser Dresche die Berge beschallend musste ich bald auch noch einen groesseren Fluss ueberqueren, bei dem ich ohne die Markierungen beinahe falsch gelaufen waere. Dann kam ich auch schon bald zur Abzweigung wo ich mich von dem GR10 trennte. Dieser wuerde dem Berghang weiter folgen, etwas absteigen und zur Huette dann wieder aufsteigen. Neee. Darauf kann ich verzichten. Ich will jetzt hoch zum Gipfel und das Meer sehen. Das Wetter koennte das noch zulassen.
Refuge de Mariailles

Also lief ich nun nicht mehr auf dem GR10 weiter, sondern folgte wieder mal dem HRP. Bisher war der hoechste Punkt meiner Wanderung des GR10 beim Uebergang zum Refuge Bayssellance. Mit der Besteigung von diesem Gipfel wird das der hoechste Punkt meiner Wanderung werden, auch wenn er nicht auf dem GR10 ist. Mit der guten Metalmusik lautstark ertoenend lief ich in eiligem Tempo vor mir her und hoerte dann irgendwas links neben mir rascheln. Als ich mich nach links umdrehte, sass ein Paerchen neben dem Wanderweg im Gras und grinste mich an. Ja, denen gefaellt anscheinend die Metalmusik oder vllt. einfach nur diese seltsame Situation in den Bergen diesen Krach zu hoeren. Bei der Arago Huette bin ich auch schnell angekommen. Diese wurde gerade renoviert und war eine reine Baustelle. Dort gab es aber noch die Wasserquelle, bei der ich mir die zweite Trinkflasche mit dem kuehlen, super schmeckendem Wasser auffuellte. Das Wasser von der Huette schmeckte etwas seltsam, weshalb ich gleich auf das Wasser von dieser Quelle hier umstieg.
Gut praeparierter Wanderweg

Irgendwie verlief der Weg ueber Wiesen nach oben. Es gab auf der einen Seite Holzpfosten, auf der anderen Seite gelbe Markierungen welche den Weg anzeigten. Allerdings nicht den gleichen Weg. So lief ich eben kreuz und quer herum auf dem Weg, der mir am besten erschien. Bisher dachte ich auch, dass ich den Gipfel sehen kann, allerdings versteckte sich dieser hinter einem anderen Buckel. Bald sah ich dann auch das Gipfelkreuz und war wirklich erstaunt wie steil sich das noch hinziehen wuerde, doch dazu spaeter mehr. Es ging bald in Geroell und Blockfelsen ueber, allerdings war der Weg sehr gut praepariert. Vllt. sollte ich dazu sagen, dass dieser Gipfel einer der Hausgipfel der Katalonier ist, weshalb ich auch erwartet habe, dass der Weg sehr gut praepariert und markiert ist. In einigen Kehren zog sich der Weg die Bergseite nach oben. Der Zielgipfel war kein alleinstehender Berg, sondern bildete mit anderen eine Bergkette und der Weg stieg unterhalb eines anderen Gipfels auf. Es gab auch hier noch eine Quelle, bei der ich Wasser bekommen haette. Ich lies diese aber links liegen, da ich gutes Quellwasser hatte.
Blick zur Spitze des Canigo (links)

Der Weg wurde dann immer schwieriger zu gehen. Teilweise ueber spitz nach oben stehende Felsplatten, dann mal ueber Geroell. Hier hatte ich wirklich ganz schoen viel zu schwitzen, aber das stellt irgendwie den kroenenden Abschluss des GR10 dar. Der Gipfel kam immer naeher und es kamen mir auch ein paar Wanderer entgegen die ich vorher noch oben gesehen hatte. Die Abzweigung zum Crete de Barbet erreichte ich dann relativ entspannt. An Kondition fehlt's mir wirklich nicht mehr und es waren "nur" noch 200 HM zu schaffen, die es aber in sich hatten. Der Weg stieg noch relativ gut zu gehen weiter hoch. Ich schluepfte immer oefters aus den Schlaufen meiner Wanderstoecke um mich im Falle von einem Fehltritt oder beim Ausrutschen irgendwo sicher festhalten zu koennen. Dann aber kamen Verhaeltnisse, die mich dazu veranlassten, die Stoecke ab und zu mal ein bisschen hoeher hinzulegen um mich mit beiden Haenden an Felsen festzuhalten. So zog ich mich nicht nur einmal den Berg hoch. Dieser sah naemlich mittlerweile wie aus groesseren und kleineren Kloetzchen zusammengebaut [aus]. Der ganze Spass ging fuer ein paar Minuten weiter und erinnerte mich irgendwie an die Kletterei bei Ezkurre gegen Ende des GR11. Mit dieser Kraxelei habe ich dann auch einen kroenenden Abschluss von dem GR10. Kurz bevor ich oben war, zog eine Wolke ueber den Gipfel und ich war sehr erleichtert, dass sich diese sogleich wieder verzog.
Dort verlief der Weg zum Pica de Canigo hoch (Kraxelei!)

Oben angekommen hatte ich dann einen herrlichen Ausblick. Die Nachbarberge lagen in Wolken und weiter unten vor mir lag das Meer! Genau darauf habe ich seit fast einem Monat gewartet. Endlich sehe ich das Meer wieder. Allerdings wird es noch 3 bis 4 Tagesmaersche dauern, bis ich dort angekommen bin. Auf dem Gipfel war es sehr windig und als ich 20 Meter abstieg, war es auf einmal windstill und ich sah eine gute Sitzmoeglickeit. So pausierte ich hier, zog meine Schuhe aus und packelte Wurst, Kaese, Brot und das Wichtigste - Bier - aus. Ab und zu kam auch noch die Sonne heraus, aber nach ein paar Minuten musste ich doch das Fliess anziehen, da es hier oben doch sehr frisch ist. Immerhin bin ich hier auf 2784 HM. Das sind nur um die 200 HM weniger als die Zugspitze gross ist. Obwohl das Bier ein Heineken war, schmeckte es hier oben gut. Ich schaute zum Meer, mal zur Huette runter zu der ich noch absteigen musste und die ich von hier oben schon sehen konnte, massierte bisschen meine Fuesse, schaute in's Flachland und genoss die Szene hier oben einfach.
Blick nach unten

Nach einer guten halben Stunde machte ich mich dann an den Abstieg, denn ich sollte ja auch noch mich duschen, Waesche waschen, etc. Die ersten Minuten Abstieg waren aber alles andere als schoen. Meine Fuesse fuehlten sich so an, wie wenn jemand Kieselsteine in meine Schuhe geworfen haette. Es schmerzte einfach nur noch beim Loslaufen und meine Schuhe fuehlen sich mehr und mehr so an, wie wenn ich direkt auf den Steinen laufen werde. Womoeglich hat auch die Festigkeit der Schuhe nachgegeben oder die Fuesse sind einfach etwas ueberstrapaziert. Wie auch immer sah ich auf den ersten 100 Metern Abstieges aus wie jemand, der auf rohen Eiern laeuft. Der Weg hier war sehr gut praepariert und so konnte ich ohne grosse Schritte machen zu muessen in vielen Kehren absteigen. Dann zog sich der Weg weiter in Richtung Huette, wobei ich den gelben Markierungen folgte was wohl nicht der eigentlich angedachte Abstieg war. Allerdings hatte ich das Gefuehl, dass dieser schneller war. Hier unten zogen allmaehlich Wolken auf und versteckten auch mal die Huette hinter sich. Allerdings war hier alles mit Markierungen vollgepflastert und schon bald sah ich auch wieder die bekannten rot-weiss GR10 Markierungen. An einem weiteren See, bzw. waere die Bezeichnung "Tuempel" besser fuehrte der Weg weiter und gelangte dann direkt zur Huette.
Das Gipfelkreuz

Es war bereits halb 5 und ich beschloss, dass es heute nicht mehr weitergehen wuerde. Andernfalls muesste ich noch 15 km weiter bis zur naechsten Gite d'Etape laufen, worauf ich einfach keine Lust hatte. Damit waere schon wieder der naechste Marathon Hatsch angesagt gewesen, was einfach nicht mehr sein muss. In der Huette selbst fragte ich nach einem schnarcherfreiem Lager und bekam dann ein Zimmer fuer mich zugewiesen. Mal schaun, ob da heute noch jemand einziehen wird. Ich wollte eigentlich auch duschen, allerdings gab es eine Schlange von 3 Personen und jeder, der heraus kam sagte, dass die Dusche kalt ist. Tja, fuer eine kalte Dusche zahle ich nicht 2,50 EUR. Deshalb gab's nur eine Katzenwaesche und das Geld investiere ich jetzt in Bier. Das Abendessen selbst war wohl das Schlechteste, das ich je auf dem GR10 bekommen habe. Die Suppe am Anfang ging ja noch. Das war eine Art gehexelte Kartoffelsuppe. Als Hauptgericht gab's Paella mit Resten. Angebrannte Salamistuecke, anscheinend auch Tofu, Haehnchen, Garnelen, Muscheln. Ausserdem war diese schon fast kalt als sie auf den Tisch kam. Danach gab's einen kalten Kaese aus dem Supermarkt der nach gar nichts schmeckte und zum Schluss einen Kuchen mit Vanillesauce. Der Kuchen selbst war wohl eine Fertigmischung und die Sauce einfach nur waessrig wie gekauft. Na danke. Hier will ich nicht mehr essen. Die Huette selbst ist auch riesig, da der Gipfel von dem ich heute gekommen bin einer der Lieblingsgipfel fuer die Katalanier ist, da er auch in der Ferne so markant zu sehen ist. Deshalb wird die Huette hier wohl auch so schludrig betrieben, da es nicht noetig ist, Qualitaet zu liefern. Es kommen so und so weitere Wanderer, egal ob das Essen gut ist, oder nicht.
Der Wanderweg nach dem Abstieg vom Gipfel

Es ist schon seltsam, aber mittlerweile friere ich. Normalerweise mag ich es ja, wenn es etwas kaelter ist, aber irgendwie habe ich mich an die waermeren Temperaturen der letzten 3 Monate gewoehnt. Leider rebelliert momentan auch mein Darm. Vllt. liegt's am schlechten Essen oder an der Ueberanstrengung, aber an einer Hand kann man das wohl nicht mehr abzaehlen wie oft ich austreten muss. Aber es sind ja nur noch 3 oder 4 Wandertage, dann ist der GR10 erledigt. Bisher dachte ich auch, dass [es] eine Frechheit ist, eine Wanderkarte von 2001 zu verkaufen. Die letzte Wanderkarte stammt aber von 1991... Das ist wirklich eine Sauerei. Aber die Wegmarkierungen werden mich schon an's Ziel fuehren.
Refuge des Cortalets

Von der Huette aus kann man auch in's Tal und zum Meer blicken. Dort funkeln auch schon die kleinen Lichter hier hoch. Das ist wirklich ein erhebender Anblick. Das ist leider auch das Einzige, was diese Huette an Charme zu bieten hat. Das Fruehstueck steht auch schon bereit. Da gibt's wieder abgepackeltes Zeug und das Brot wird wohl auch das schon heute alte sein [das Alte von heute sein].

Es ist auch ein seltsames Gefuehl, jetzt sozusagen wieder am Anfang zu sein. Wenn man jetzt einfach nach Sueden fliegen koennte, waere man bald in dem Dorf, in dem ich z. B. Julie das erste mal gesehen habe. Achja, und hier noch ein Nachtrag von dem Walross. Ich haette ja schon fast erwartet, dass die hier heute wieder total kaputt aufschlaegt, was aber nicht so war. Aber gestern war die sogar so verplant, dass sie Abends nicht mal mehr wusste, wo ihr Schlafzimmer war und nochmal zurueck zu den Wirtsleuten musste um das herauszufinden. So, dann gute Nacht Tagebuch.