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Freitag, 12.09.2014
Tag 21 - Kurzer Hatsch als Vorbereitung fuer morgen
Aulus-les-Bains → Port de Saleix → Refuge de Bassies → Mounicou

Der heutige Hatsch war an sich ganz gemuetlich. Leider bin ich nicht weit gekommen, aber es blieb mir auch nichts anderes uebrig. Morgen gibt's dafuer einen Hammerhatsch.
Adios du schoene Unterkunft

Gestern abend lief ich noch ein bisschen im Dorf herum und konnte eine viertel Stunde auch noch Emails ueberpruefen. So lange bekam ich irgendwoher kostenlosen Internetzugang. Danach ging's auch schon in's Bett, wo ich noch die letzte Dose Bier trank. Da mich der rechte Zehernagel nun schon so lange nervt, zupfelte ich dann wieder mal daran herum und zog ihn dann einfach mit Gewalt ab. Das blutete mal wieder, aber nun bin ich das Scheissteil endlich los und laufe um ein paar Gramm erleichtert an den Fuessen. Damit habe ich beide grosse Zehernaegel auf dem GR10 verloren. Der GR11 hat mich nur zwei kleine Zehernaegel gekostet, aber ich glaube, dass ich einen grossen Zehernagel auf dem GR11 blau gelaufen habe. Das Bett selbst war etwas zu klein, weshalb ich doch etwas schlecht einschlief und immer mal wieder aufwachte.
Blick zurueck nach Aulus-les-Bains

Um kurz vor 7 klingelte dann mein Wecker und ich rappelte mich auf. Ich spuerte, dass das Thermalbad meinen Fuessen gestern gut getan hat, aber dennoch fuehlte ich die Daueranstrengung in meinen Fuessen. Das Herumgehatsche hat mir auf der Via Alpina doch viel weniger ausgemacht, aber ich bin halt auch nicht mehr der Allerjuengste. Das Fruehstueck wurde unten sogleich serviert. Es gab frisches Brot, 3 unterschiedliche Marmelade und ein Kaennchen voll mit heisser Schokomilch. Mjam! Ich verputzte alle Brote und packelte dann noch zusammen. Die noch relativ nasse Waesche von gestern landete wieder hinten auf dem Netz von meinem Rucksack. Dort kann es weiter vor sich hin trocknen.
Der Wanderweg verlief die erste Zeit im Wald

Kurz vor 8 Uhr startete ich so in den Tag. Zuerst lief ich mal die Strasse weiter entlang und bog nicht beim ersten GR10 Wegzeichen rechts ab sondern wartete noch, bis der Weg wieder hoch zur Strasse kam und dann nach links abbog. Ueber diesen Wanderweg musste ich jetzt erst mal 700 HM hochlaufen, bis ich oben bei einem Parkplatz herauskam. Der Weg verlief mal wieder zwischen von Menschen aufgebauten Mauern aus grossen Steinen durch, wie das schon gestern einmal der Fall war, oder stieg auf einem steilen kleinen Bergruecken den Wald weiter hoch, oder querte kleine Bachlaeufe, etc. Das koennte so eigentlich auch daheim in Deutschland sein. Die Sonne versteckte sich immer noch hinter den entfernten Bergen, allerdings blinzelte diese ab und zu doch hervor. Ich schaffte es immer, gerade nochmal so der Sonne davonzulaufen.
Der schoene Wanderweg der sich in Serpentinen dort hochzog

So schaffte ich die ersten 700 HM sehr schnell und nun ging's ueber Wiesen weiter hoch. Hier oben waren schon die ersten Berggrattler unterwegs, die mit dem Auto bis zu dem Parkplatz hochgelaufen [natuerlich gefahren] sind. Den Schlapphut zog ich mir nun doch ueber die Birne, da die Sonne nun doch etwas herunterblendete und ich folgte weiterhin brav den rot-weissen Markierungen. Hier und da ueberholte ich noch ein paar von den Grattlern und war dann schon bald alleine hier unterwegs. Dann erkannte ich auch mal wieder eines der Symbole, bei denen ich am liebsten den Verantwortlichen zum Mond schiessen moechte. Vorgestern erzaehlte mir ja schon der Englaender, dass hier wieder Baeren eingefuehrt wurden, um diese wieder einheimisch zu machen. Wenn man sich jetzt noch recht an meine Story "Von Muenchen nach Triest" erinnert, dann weiss man ja, dass ich irgendwann auf so seltsame Schilder in Slovenien gestossen bin, die vor Baeren warnen. Schon damals hat mir das nicht all zu gut gefallen. Das hier ist aber eine wirkliche Frechheit. Die Baeren die hier wieder heimisch gemacht werden sollen, stammen naemlich aus Slovenien, da diese genetisch den Ausgerotteten am naechsten sind. Prima. Erst rottet man diese Baeren aus und jetzt holt man das gefaehrliche Tier mit Absicht wieder her. Na hoffentlich begegne ich keinem, aber bisher ist ja angeblich noch nie etwas passiert. Wie auch immer gibt's hier immer mal wieder Schilder mit einem Baeren drauf und wer auch immer die Baeren aus Slovenien hergeholt hat, waere auf dem Mond besser aufgehoben...
Blick zurueck in's Tal

Es fehlten nach dem Parkplatz noch 400 HM zu dem Port de Saleix, das ich fuer einen Uebergang des GR10 hielt. Schon fast vom Parkplatz aus konnte ich diesen erkennen und auch die vielen Serpentinen, welche den Wanderweg sehr langsam ueber den Wiesenhang aufsteigen liessen. Immerhin keine Farnwiese... von denen bekomme ich allmaehlich das Kotzen wenn ich noch mehr sehe. Etwa 5 Minuten bevor ich bei dem Uebergang ankam, sah ich dort oben schon einen stehen, der aber nach rechts den Berg weiter hochlief. Hm... habe ich da wohl etwas in der Karte uebersehen? Ja, da geht's naemlich tatsaechlich noch weiter den Berg hoch, wenn auch nicht allzu lange, dafuer aber sehr steil. Oben beim Port de Saleix angekommen blickte ich dann dem schoenen direkt absteigenden Wanderweg traurig nach welcher mich schnurstracks zu dem Endziel der Etappe des naechsten Wandertages gefuehrt haette. Aber dann laufe ich ja nicht auf dem GR10. So machte ich mich gleich weiter an den weiteren Aufstieg der nun ueber einen etwas schotterigen Weg erfolgte. D.h., dass ich immer ein paar cm zurueckrutschte, wenn ich einen Schritt machte. Dann bog der Weg nach links ab und fuehrte wieder etwas herunter auf einen Weg mit grossen Blockfelsen zu. Bei dem bisherigen Aufstieg war ich an sich top fit, aber irgendwie doch etwas niedergeschlagen ohne dass es fuer mich noch merkbar ist. Die lange Zeit des Wanderns hinterlaesst schon ihre Spuren. Zwar bin ich konditionell sehr gut drauf, allerdings bin ich koerperlich ziemlich im Arsch. Das braucht wohl wieder einen Monat Erholung bis das meiste wieder in's Lot kommt.
Blick in's Tal beim Uebergang

Bei diesem Abstieg jedenfalls spuerte ich wieder meine Fuesse, ich habe mittlerweile ein leichtes Taubheitsgefuehl an den Fusssohlen beim Absteigen und nun spinnte auch mal mein linkes Knie herum. Schon beim Aufstehen heute aus dem Bett und auch von dem Thron hat es mal kurz gestochen. Das ist nichts wirklich Neues und ist immer mal wieder so, aber beim Abstieg jetzt ist das schon etwas heftiger geworden. So wurde dieses mal mein linkes Knie in Schonhaltung gelegt und die Stoecke halfen, so wenig Belastung beim Abstieg auf das linke Knie wie nur moeglich zu legen. Dafuer war mein rechtes Knie schmerzlos. Ach, irgendwas ist ja immer. Seltsamerweise schmerzte auch nichts bei meinem gestern abgezogenen Zehernagel sondern genau beim anderen. Das ist schon wirklich seltsam. Dafuer taten die Massageduesen gestern ein gutes Werk: Ich spuerte heute meine Fuesse nicht so sehr und auch dem Ruecken und meinem Genick in dem es schon seit Wochen immer mal wieder etwas zog geht es besser. Ich machte mir auch mal wieder Fragen ueber den Sinn des Unterfangens. Allerdings kam nicht das gleiche Gefuehl wie bei der Via Alpina auf, bei der ich ja gezielt in eine Richtung gelaufen bin. Ich habe jetzt zwar auch das Gefuehl, in eine Richtung zu laufen, aber das im-Kreis-laufen ist doch nicht die grosse Sache, da ich ja im Endeffekt in die Naehe von dem Ort laufe, von wo ich hergekommen bin. Ausserdem war die Via Alpina nach Monaco vom psychologischen her interessanter, da ich mich immer mehr von der Heimat und dem Startpunkt entfernte, wobei es hier keines von Beiden gibt. Wie auch immer freue ich mich schon auf meine Ankunft und darauf, den Rucksack fuer sehr, sehr lange Zeit nicht mehr tragen zu muessen.
Baeren... BAEREN!

Teilweise ueber Felsen verlief der Weg erst einmal an einem sehr kleinen See vorbei, wobei ich immer dem Wanderer vor mir folgte, dem ich aber immer naeher kam. Dieser wartete dann auch irgendwann um mich vorbeizulassen und nach ein bisschen weiterem Auf und Ab ueber diese grossen Felsen, ich finde das einfach geil und kann mir nicht erklaeren warum, vllt. weil jeder Schritt sitzen muss, hatte ich einen herrlichen Ausblick auf sehr viele Seen. Nanu, wo kommen denn die nun her? Da ich den GR10 mit einem blauen Marker in meine Wanderkarte eingezeichnet hatte, waren deshalb auch ein paar Seen verschwunden. Umso erstaunter war ich ueber diesen Anblick. Das bisschen Wind liess deren Oberflaeche wellig werden, sodass das Sonnenlicht darin in unzaehligen Sternen funkelte. Kurz darauf sah ich auch die Huette, zu der ich nicht laufen wollte. Dann erfolgte noch ein sehr steiler Abstieg in vielen kleinen Kehren ueber viele kleine und grosse Felsen. Mein armes linkes Knie. Naja, was soll's. Irgendwie komme ich schon runter. Als ich dann an die Wegabzweigung zur Huette kam, lief ich einfach weiter. Die Huette war ein regelrechter Palast, der hier wohl erst vor ein paar Jahren hochgestellt wurde.
Dieser steinige Weg stand mir auch noch bevor, dort versteckte sich auch ein See

Dann schaute ich doch nochmal in meinen Fuehrer und stellte fest, dass ich heute sicher nicht zwei Etappen zusammenfassen kann. Was soll also die Eile? So lief ich eben doch zur Huette, um weit vor 12 Uhr die erste Pause zu machen. Das dauerte nicht einmal 5 Minuten, da die Huette fast auf dem GR10 lag. Urspruenglich hatte ich ja vor, gleich weiter zu dieser Huette aufzusteigen um die darauf folgenden Etappen teilweise zu kombinieren. Ich war erst seit ca. 2,5 Stunden unterwegs, es war 10:30 Uhr und ich ging in die Huette um mir eine Coca Cola zu holen und mischte mir mit der mitgebrachten Dose Bier daraus ein leckeres Mischgetraenk. Das Bier pur zu trinken, war mir jetzt um 10:30 Uhr zu frueh. Dazu gab's das zweite Fruehstueck. Mein Magen knurrte tatsaechlich schon wieder! So packelte ich das letzte Stueck vom Brot sowie das andere Stueck vom Kaese aus Rouze heraus sowie die leckere Wurst vom Campingplatzsupermarkt von gestern. Beides schmeckte mal wieder himmlisch und passte prima zu Cola+Bier. Nach einer guten halben Stunde Pause schaute ich mich noch in der Huette um ob ich vllt. aktuellere Informationen ueber weitere verfuegbare gites oder Huette in den kommenden Tagen finde, allerdings relativ erfolglos.
Der kleine See beim Aufstieg

So stiefelte ich wieder weiter entlang der Seen. Das Wetter war uebrigens mal wieder hervorragend. Ich denke (und hoffe), dass ich eine gute Chance habe, regenfrei bis zum Ende zu laufen. Der Weg war alles andere als schnell zu gehen. Teilweise gab es wieder Sumpfwege zu ueberqueren, dann steinige Wege, dann Auf und Ab, Links und Rechts, man koennte schon fast meinen, dass man hier oben Walzer tanze. Auf jeden Fall zog sich das sehr, sehr lange hin. Dann runter zu einem weiteren See mit Staudamm, welcher allerdings schon etwas leergelaufen war und anschliessend vorbei an sehr alten, verfallenen Haeusern. Das waren vllt. mal fruehers die Huetten von den Bauern, welche hier oben womoeglich ihr Vieh auf den paar Grashalmen weiden lies, oder vllt. das Militaer, oder vllt. irgendein Bergverein die hier oben etwas bauten. Dann fing endlich der Abstieg an, den ich schon vorher erwartet haette, aber der Weg hier oben war nicht einfach zu gehen und zog sich einfach sehr lange hin. Eine Bruecke gab es hier auch, die aus einem grossen Stein gebaut wurde, der ueber den Fluss ragte, sowie vielen kleineren Steinen auf dem Grossen. So etwas hatte ich vorher auch noch nie gesehen. Damit sind's schon 2 ueberraschende Dinge auf diesem Weg hier die ich nicht erwartet haette. Und das nach nur 1100 HM Aufstieg! Der weitere Weg war dann relativ langweilig. Er schlaengelte sich weiter und weiter runter, verlief den Hang mal wieder etwas weiter entlang, kam in ein Waldgebiet und verlief auch dort weiter herunter. Auf dem Abstieg traf ich u.a. ein Paar aus England und die eine aeltere Dame fragte mich, ob sie bald auf dem Gipfel sei. Hm... nicht mal auf dem halben Weg musste ich zu ihr sagen. Hier oben fuehrte naemlich wirklich kein einziger Weg zum Gipfel, zumindest nicht laut Karte und wenn, dann hatte sie nochmal soviele HM vor sich. Allerdings konnte ich ihr sagen, dass es in ein paar Minuten eine Wasserquelle geben wuerde an der sie sich erfrischen koennte.
Die vielen Seen mit der Huette rechts unten im Bild

Der Weg zog sich weiter und weiter in sehr kleinen Serpentinen herunter bis zum Abzweig mit vielen GR10 Schildern. Da zeigte eins dahin, wo ich hergekommen war, dann eines nach Marc was dem Weg in meiner Karte entsprach und dann noch ein Weg nach Auzat. Auzat?!? Das waere eine hammergeile Abkuerzung und es steht bei dem Schild sogar GR10 dran. Nach ein paar weiteren Minuten Ueberlegens lief ich dann erst mal diesem Schild nach Auzat folgend weiter. Ich fand sogleich eine rot-weisse Wegmarkierung, dachte aber auch darueber nach, dass das ja auch der alte GR10 sein koennte, der spaeter noch nach rechts abbiegt. Eine Strasse gab es fuer mich noch zu ueberqueren und dann kam die naechste Weggabelung. Hier war nichts mehr von einer GR10 rot-weiss Markierung zu sehen. Auch den Weg nach Auzat fuer ein paar Meter folgend, fand ich keine Markierung mehr. Hm, das war vllt. wieder irgendeine Markierung, die einfach falsch war. Aber weiter hochsteigen, zurueck zum vorherigen GR10 Abzweig, wollte ich auch nicht und so beschloss ich, eben den Weg weiterzulaufen, der entlang des Flusses weiterfuehrte. Dieser war dann auch sehr schoen, fuehrte auf einem breiten Wanderweg an alten Haeusern vorbei und dann auch entlang des Flusses im Tal. Der Fluss schlaengelte sich auch einmal herrlich anzuschauen ueber Felsen hindurch, sodass ich diesen Weg eigentlich jedem nur wg. dem schoenen Anblick empfehlen kann. Dann bog ich auf die Strasse ab um einen weiteren unnuetzen Aufstieg zu verhindern und gelangte so zu einem weiteren GR10 Wegzeichen. Nanu? Was ist denn hier los? Hier gibt's wohl noch einen anderen Weg, der weiter zur naechsten Etappe fuehrt, aber das alles brachte mir nichts, weil ich jetzt nicht zu einer 20km Etappe aufbrechen kann. Also weiter durch den unteren Ortsteil von Marc hindurch und auf der kleinen Fahrtstrasse weiter nach Mounicou, dem heutigen Etappenziel. Die Sonne brannte jetzt um etwa 2 Uhr nachmittags schon wieder so hoellisch herunter. Ich muss unbedingt schauen, dass ich jeden Tag um diese Uhrzeit Pause einlege und nicht lange Zeit davor oder danach. Ich befinde mich jetzt ja auch schon wieder richtig suedlich von Frankreich. Die kleine Fahrtstrasse machte bald eine Kehre welche auch nicht in meiner Karte verzeichnet war, aber ich folgte dem kleinen Wanderweg geradeaus weiter.
Die Huette bei der ich kurz einkehrte

So gelangte ich nach ein paar weiteren Minuten dann endlich nach Mounicou und setzte mich in das kleine Cafe das ich in diesem Ort fand. Es hatte auf mich den Eindruck, wie wenn es hier nichts anderes geben wuerde als dieses Cafe. Dort bestellte ich mir erst mal ein spritziges Wasser und eine Cola. Dann studierte ich Karten und Fuehrer. Viel fragen konnte ich hier aber nicht, da die Besitzer beide ausschliesslich franzoesisch sprachen. So versuchte ich es mit meinen paar Brocken gebrochenem franzoesisch zu fragen, ob es denn ein Gite d'Etape hier oder dort geben wuerde und immer kam als Antwort 'no' zurueck. Tja, dann bin ich also hier festgefahren. So fragte ich nach der Unterkunft und auch nach Essen. Eine Unterkunft gibt es hier schon, aber keine Halbpension. Irgendwann kam dann jemand dazu, der fuer mich Englisch-Franzoesisch dolmetschen konnte und erklaerte mir, dass mich die Dame auch zum naechsten Supermarkt fahren koenne. Nein, das nun wirklich nicht. Ich brauche doch nur Pasta und Tomatensauce. Na das hat sie hier, hiess es dann. Perfekt. Also gibt's heute einen Pastatag.
Links beim See entlang fuehrte der Weg auf in etwa gleicher Hoehe lange Zeit weiter

So folgte ich noch der Frau zu einem anderen Haus welches sich vllt. 3 Haeuser weiter befand, und dort fand ich alles vor, was das GR10 Wanderherz begehrt. Eine warme Dusche, eine Kochmoeglichkeit und auch Waschmittel. Damit kann ich endlich auch meine Sachen sauber waschen. Es war auch frueh genug (vor 16 Uhr), sodass ich auch mal wieder meine Wanderhose waschen konnte. Der noch immer wolkenfreie Himmel liess die Sonne immer noch herunterbrennen. Was mich ueberraschte war die Aussage, dass ich meine Schmutzwaesche in dem Spuelbecken waschen kann. Im Spuelbecken? Bitte? Da fragte ich nochmal nach, verwendete Gesten (der Dolmetscher war schon laenger nicht mehr verfuegbar) und konnte mir dann sicher sein, dass ich alles richtig verstanden hatte. Ich sollte meine Schmutzwaesche tatsaechlich im Spuelbecken fuer das Geschirr waschen. OK, soll mir auch recht sein wenn ich meine verstunkene Unterhose und die Socken da reinstecke. So fing ich gleich das Waschen von Socken und Wanderhose an. Nach dem Duschen ging's dann an den Rest von den Klamotten. Zu guter Letzt wusch ich auch das, was schon sehr, sehr lange das Waschen noetig hatte, naemlich die Sandalen deren Leder den Geruch seit dem Anfang des GR10 mit aufgesogen hatte. Jedes mal, wenn ich meine Fuesse aus diesen Sandalen herauszog, kam ein guter Geruch hoch. Vllt. hilft ja dieses Waschen mit richtigem Waschmittel ja endlich etwas. Diese haengen nun immer noch an der Waescheleine zum Trocknen. Bis morgen werden die wohl nicht mehr ganz trocken, aber dann kommen die eben zum Trocknen an das Netz hinter meinen Rucksack.
Der mit Steinen verbesserte Flussuebergang

Das Essen ist dann sehr gross ausgefallen. Es gab fuer mich einfach 250g Pasta mit 2x 200g Glaesern Bolognesesauce. So bin ich nun papp satt und trinke noch ein paar ueberteuerte Biere. Fuer morgen konnte ich auch noch einen kleinen Laib Brot erstehen. Der sollte zum Fruehstueck und zum Wandern ausreichen. Der Dolmetscher ist uebrigens ein Franzose auf dem HRP. Diesen Trip hat er vor 22 Tagen gestartet und moechte auch wie ich in 12 Tagen am Atlantik [nein, das Mittelmeer natuerlich!] sein. Auf ihn bin ich wirklich neidisch, da er ueber die hohen Wege gelaufen ist. Er kombiniert auch wie ich unterschiedliche Etappen um frueher am Ziel zu sein.
Der nicht GR10 Wanderweg rechts den Fluss entlang

Morgen habe ich dann vor, sehr, sehr frueh aufzustehen. Ich moechte naemlich 2 Etappen zusammenlegen, da die Letzte nur 4 Stunden waere. Diese haetten dann lt. Fuehrer 32 km, was also ein Hammerhatsch werden wuerde. Naja, mal schaun was ich machen werde... Es wuerde zwischendurch eine Abkuerzung geben, wenn ich diese finde. Damit waere der Hammerhatsch nur noch ein vllt. 26 km Hatsch, was ganz OK waere. Ohne dem Kombinieren waeren es noch 12 Wandertage die zu Laufen waeren. Mit dem Kombinieren noch 11, inkl. dem morgigen Hammerhatsch. Das klingt doch schon mal ganz gut in meinen Gedanken.