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Samstag, 06.09.2014
Tag 15 - Keine Ahnung, wie ich den heutigen Tag beschreiben soll
Germ → Couret d'Esquirry → Pont d'Astau → Refuge d'Espingo → Col de la Coume de Bourg → Superbagnere → Bagneres de Luchon

Der heutige Tag war doch ein relativ langer und lt. der Kilometerangabe habe ich das auch so erwartet. Letztendlich legte ich weit ueber 2000 HM nach oben zurueck und auch weit mehr als 2500 HM nach unten.
Die Unterkunft legte auch sehr viel Wert auf die Bepflanzung

In der Nacht bin ich mal immer wieder aufgewacht. Aber ich konnte deutlich besser schlafen als die vorherige Nacht. Irgendwann gegen 7 Uhr bin ich aufgestanden und zum Fruehstuecksbuffet gegangen. Dort versuchte ich erst mal, die Cornflakes mit Schokopulver anzureichern. Mit Milch hat das Ganze aber sehr, sehr ekelhaft geschmeckt. Bevor ich hier noch etwas esse, worauf ich wieder mal Durchfall bekomme, schuette ich das lieber weg. So landete das in der Muelltonne und ich holte mir eine neue Schuessel Cornflakes, dieses mal aber ohne Schokopulver. Davon holte ich mir auch mehrmals Nachschub und verputzte auch noch zwei Marmeladenbrote. Im Zimmer packte ich dann meinen Rucksack, fuellte mir 1/2 Liter Reservewasser in meine Trinkblase und fuellte die anderen beiden 1 Liter Flaschen mit SMS Wasser das ich hier gestern noch hochgeschleppt hatte. So startete ich in den Tag. Das war wohl so gegen 7:45 Uhr. So genau weiss ich das nicht mehr und mir fallen bald auch die Augen zu.
Der lange Weg den Hang entlang, aber noch schoen im Schatten

Zuerst lief ich durch den Rest des Dorfes und auch vorbei an der anderen Unterkunft. Ich stellte mir die Frage, ob es nicht vllt. doch besser gewesen waere, wg. dem Essen dort unterzukommen. Aber dort haette es 10 EUR mehr gekostet. Aber jetzt ist es auch zu spaet. Der Weg verlief zuerst ueber eine Schotterstrasse und bog alsbald auf einen Wanderpfad ab, der den Hang leicht aufsteigend entlang verlief. Zwischendurch habe ich auch noch den einen Wuschelkopf ueberholt, welcher auch bei der Unterkunft war. Anscheinend ist das auch ein GR10 Wanderer und ich sollte ihn heute nochmals ueberholen, aber dazu spaeter. Der Weg fuehrte dann in einen Bergeinschnitt hinein, an dessen Ende ich bereits den Uebergang sehen konnte. Auch wenn er ueber 2000 HM lag, war dieser schoen gruen bewachsen. Dieser lag auch 800 HM hoeher, als der heutige Startpunkt und ab diesem Punkt waren es sicher noch um die 600 HM hoch. Doch zuerst stieg der Weg mal wieder etwas bergab den Hang weiter. Obwohl es eigentlich seit 2 Tagen nicht geregnet hat, war der Weg teilweise etwas matschig, konnte aber gut umgangen werden.
Das Tal mit dem Uebergang in der weiten Ferne

Kurz kam ich bei einer Schotterstrasse weiter unten an, wobei der "normale" Wanderweg nach rechts weiter der Schotterstrasse folgte und der GR10 links weg auf einen kleinen Wanderpfad weiterfuehrte. Spaeter verlief dieser auch teilweise im Flussbett weiter entlang und die Wegmarkierer machten sich einmal auch einen Spass, indem sie den Wanderweg fuer vllt. 10 Meter einfach mal links von dem Flussbett wegleiteten um dann gleich wieder den Fluss weiter entlang zu laufen. Irgendeine Frau schien auch irgendwie den Wanderweg verloren zu haben und spaeter fand ich auch heraus, wo sie ihn wohl verloren hat. Sie lief den GR10 Weg anders herum und war aus irgendeinem Grund schon jetzt hier. Sie hat wohl irgendwo gezeltet oder in der Nothuette uebernachtet die gleich kommt. Diese Nothuette befand sich dann auf der anderen Flussseite, sodass ich in diese nicht einmal reinschauen konnte. Das ist schon etwas, das ich zu gerne mache. Bisher konnte aber keine Nothuette mit meiner Lieblingshuette bei Mittenwald mithalten. Ueber eine Wiese verlief der GR10 Weg dann weiter und genau dort gab es sehr, sehr wenig Wegmarkierungen. Vermutlich hatte die Frau genau hier den GR10 aus den Augen verloren.
Eine vergammelnde Kuh

Die rot-weiss Markierungen verliefen nun vorher unbestimmbar nach oben verlaufend ueber die vielen kleinen Grashuegel die den Weg zu dem Uebergang ausmachten. Die Sonne versteckte sich wieder mal hinter dem Berg, sodass ich ohne Probleme etwas schneller laufen konnte, allerdings hielt ich mich auch heute noch etwas zurueck, da mich noch ein weiterer, sehr langer Anstieg erwarten wuerde. Dieser Uebergang war aber mal wieder von der Sorte "Nach dem einen vermeintlichen Uebergang gibt's noch einen, und dann nochmal einen". Aber das machte nicht viel aus, da nicht viele HM dafuer zu schaffen waren.
Oben beim Uebergang angekommen konnte man schon den weiteren Uebergang in sehr, sehr weiter Ferne sehen

Oben angekommen gab's leider wieder mal nicht allzuviel zu sehen. Die Schoenheiten fuer den heutigen Tag gab's erst spaeter. Allerdings konnte ich auf der gegenueberliegenden Talseite den Uebergang sehen, zu dem ich vermutlich noch rueber musste. So ganz konnte ich das aber nicht glauben, da dafuer schon wirklich viel HM zu schaffen waeren. Aber zuerst mal musste ich 1000 HM runter. Meine Kniee freuten sich schon sehr darauf. Obwohl sich hier eine Wiesenlandschaft ueber den Berg erstreckte, verlief der Abstieg selbst zuerst einmal ueber kleine Wanderpfade mit Steinen. Schon nach kurzer Zeit machte sich mein rechtes Knie bemerkbar, dem das hier ueberhaupt nicht gut gefallen hat. So nahm ich eben eine Schonhaltung fuer dieses Knie ein, indem ich mich immer auf beide Wanderstuecke abstuetzte, wenn ich mit dem rechten Knie auftrat. Das half auch ganz gut und so lief ich die meiste Zeit eben in dieser Schonhaltung bergab. Irgendwann verlor ich dann auch mal den GR10 und lief eben auf irgendeiner Wiese, auf der anderen Flussseite weiter bergab und sah dann in weiter Ferne einen "Cowboy", der den Kuehen beim Weiden zuschaute. Dort fand ich auch wieder die GR10 Markierungen, die den Weg doch etwas anders angezeigt hatten. Die Hunde vom "Cowboy" waren auch ganz lieb und blieben schoen brav beim Herrchen ohne wie bisher ueblich zu versuchen, mich zur Herde zu treiben. Nach dem Weg durch das Gras ging's in ein Waldstueck und damit einen etwas besser zu laufenden Weg, da der Waldboden zumeist schoen gepolstert ist. Es kamen mir mittlerweile auch ein paar GR10 Gaenger entgegen, die den Aufstieg noch vor sich hatten. Fuer einen Samstag haette ich aber ein bisschen mehr erwartet. Aber besser so als auf einem ueberlaufenen Weg zu wandern. Nach dem Waldstueck ging es nochmal steil bergab und so gelangte ich in's Tal.
Refugio du Lac d'Oo mit dem See "Lac d'Oo"

Damit war ich auf dem bisher wohl touristisch ueberlaufendsten Bereich des bisherigen GR10. Die Einkehrmoeglichkeit hier unten liess ich einfach links liegen und machte mich sogleich an den 300 HM Aufstieg zur naechsten Huette. Irgendetwas spuerte ich die ganze Zeit in meinem Nacken und ich zupfte immer mal wieder an der Kordel von meinem Wanderhut, da ich diese in Verdacht hatte. Aber das Ganze fuehlte sich eher wie ein kleines Tierchen an. Als ich ganz viel an meinem Nacken herumgefuchtelt habe, war endlich Ruhe. Der Wanderweg selbst war anfangs eine Schotterstrasse, dann eine steinige Strasse die in vielen Serpentinen nach oben fuehrte. Auf Dieser wanderte eine unzaehlbare Anzahl an Grattlern hoch. Das ist ja kaum zu glauben, wieviele hier unterwegs waren. Immer wieder ueberholte ich ein paar von diesen, die schon ziemlich kaputt und fertig waren. Ein paar wirkliche Wanderer waren auch dabei, aber die machten nur einen Bruchteil aus. Bald stand auch ein Jeep auf dem aufsteigenden Wanderweg und ab diesem Zeitpunkt wurde die Strasse zu einem kleineren Wanderweg, der aber sehr, sehr gut praepariert war. Mit konstantem Tempo und wie eine Maschine stieg ich weiter auf und kam so bei dem Damm herhaus, auf dessen rechter Seite die Huette war. Und diese machte einen alles anderen als schoenen Eindruck. Diese sah aus wie eine Bruchbude.
Refugio d'Espingo wo ich etwas Pause machte

Da es hier schon zuviele Grattler gab, beschloss ich gleich weiter hochzusteigen ohne die geplante Pause einzulegen. Denn nach dem Gesetz der Grattlergrenze waren die weiteren 400 HM definitiv zuviel fuer diese Sorte von Bergtouristen. Damit war die erste Etappe fuer heute zu Ende und ich stieg weiter auf. Das Wasser sollte auch noch ausreichen und oben bei der anderen Huette wuerde ich, so hoffte ich, auch weiteres Trinkwasser bekommen. Ich hatte noch mehr als eine halbe Flasche SMS Wasser. Achja, der See hier oben war auch wunderhuebsch gelegen. In der weiten Ferne stuerzte ein Wasserfall in die Tiefe und der See war auch klar. Das waere wirklich ein schoener Platz ohne die Grattler. Der Weg verlief dann schon eher nach Wanderweg aussehend erst mal etwas den See entlang, um dann in Serpentinen steil nach oben zu fuehren. Hier gab's auch deutlich weniger Personen, die ich ueberholen konnte, aber einer ist mir besonders aufgefallen. Das war einer, der so aussah wie wenn er jeden Tag im Fitnessstudio verbrachte. Der hatte auch ein ganz schoenes Tempo drauf, sodass ich nur sehr langsam an diesem vorbeiziehen konnte. Als es dann wieder etwas flacher wurde, lies ich mir Zeit um Kraft zu sparen. Dann zog er wieder an mir vorbei, da er einen Zahn zulegte. Aha, soll das ein Wettkampf werden? Challenge accepted :-). Ich machte noch ein paar Fotos und lief dann los, aber eben in meinem Standardtempo ohne ausser Atem zu kommen. Das war wohl wieder die 1 Schritt, einatmen, 1 Schritt ausatmen Technik, die ich hier verwendete. So dauerte es gute 5 bis 10 Minuten, bis er laut schnaufend pausierte und mich vorbeiziehen lassen musste. Irgendwie ist das aber auch gemein, da ich vorher ja schon den GR11 gelaufen bin, aber es freute mich trotzdem :-). Weiter und weiter zog sich der Weg hoch und dann zweigte auf einmal der GR10 nach links ab. Aber ich wollte doch vorher noch zur Huette, die den Weg weiter hoch lag. Da half's nichts, als den Weg weiter hoch zu laufen und diesen spaeter wieder zurueckzulaufen, da ich ja auch noch Wasser brauche. Es dauerte aber keine 5 Minuten, bis ich beim Uebergang oben angekommen bin, bei dem auch schon viele Wanderer herumsassen. Weiter unten lag der See und noch 3 Minuten entfernt die Huette Refuge d'Espingo.
Blick herunter zum Lac d'Oo

Bei der Huette angekommen machte ich dann erst mal Pause. Es war um 1 Uhr und genau die richtige Zeit fuer ein Mittagessen. Von der Huette holte ich mir Cola+Bier. Bei dem Wasserhahn vor der Huette stand irgendetwas davon, dass das Wasser nicht trinkbar sei, aber die Wirtin meinte, dass das schon trinkbar waere. So holte ich mir eine Flasche davon und schmiss vorsichtshalber eine Tablette Micropur rein, falls das Wasser doch nicht sauber sein sollte. Danach machte [ich] mich dann ueber meine Fresstuete her. Es gab noch den restlichen Kaese von gestern mit dem Baguette von gestern. Dann packte ich auch noch die Wurst aus, wobei diese schon wieder so flaxig war. Der Apfel musste auch noch als Nachspeise daran glauben und dann verputzte ich auch noch eine Rippe von der Schokolade. Meine Socken trockneten solange in der Sonne und nach dem reichlichen Mittagessen, ich war pappsatt, holte ich mir noch eine Cola um mir mit dem Zucker noch vllt. eine extra Ladung Energie zu holen, falls das Essen nicht ausgereicht haben sollte. Dann fand ich auch noch einen Begleiter auf meinem Rucksack. Es hat sich eine gruene, fette Heuschrecke auf meinem Rucksack bequem gemacht. Genau dieses Mistviech ist mir wohl die ganze Zeit hinten im Nacken herumgehuepft. Jetzt darf sie auf 1900 HM ihr weiteres Dasein verbringen. Viel Spass bei der kalten Nacht.
Das Auf- und Abgehatsche

Gut gestaerkt nach vllt. einer halben Stunde Pause, fuer mehr war heute keine Zeit, startete ich so wieder. Erst wieder die paar HM zum Uebergang hoch und dann 5 Minuten runter um auf den GR10 abzubiegen. Der Weg fuehrte nun wieder den Berg in entgegengesetzter Richtung weiter, in der ich hochgelaufen bin. Vor mir sah ich auch schon den Wuschelkopf, der heute wohl auch beide Etappen zusammenlegen wollte und bei der anderen Huette pausiert hatte. Ueberholt hatte ich ihn auch schon bald, aber er liess sich auch Zeit. Der Himmel war schon wieder leicht bewoelkt, aber die Sonne hielt das nicht von ihrer waermenden Kraft zurueck und ich musste mich schon sorgen, ob das Trinkwasser reichen wuerde. Ich schuettete etwas von dem Micropurwasser in meine andere Trinkflasche, in der sich noch etwas SMS Wasser befand, trank daraus und bekam dann sogleich ein bisschen Bauchschmerzen. War nun das Micropur nicht lange genug im Wasser? Wenig spaeter legte sich das dann aber. Vllt. war ich einfach nur ueberfressen. In vielen Kehren zog sich nun dieser Weg weiter hoch und um die Geschichte kurz zu machen, bin ich dann auch oben angekommen. Allerdings war das erst der erste Uebergang und in weiter Ferne befand sich der Zweite, auf gleicher Hoehe. Allerdings verlief der Weg erst mal sehr steinig und steil bergab, um dann wieder auf der anderen Seite bergauf zu fuehren. Das Ganze erwartete mich dann nochmal und irgendwie hatte mich das an den 7 Scheidenweg vom Berliner Hoehenweg erinnert, den ich vor 2 Jahren gelaufen bin. Dabei ging's ueber 7 Scheiden hinweg, wobei das hier lediglich 2 davon sind. Nach der zweiten Scheide verlief der Weg dann erst mal wieder etwas bergab und zog sich dann in vielen Serpentinen dann restlich zum Col de la Coume de Bourg hoch.
Der schoene Wanderweg ueber viel Geroell

Damit war auch der heutige Anstieg geschafft und oben angekommen war ich schon dem naechsten Grattlerhaufen ausgesetzt, da der naechste Parkplatz darunter nur etwa 300 HM entfernt war. Die rot-weiss Markierungen fuehrten mich dann runter. Dann stand dort unten aber ein Haufen an Wanderern herum und ich wunderte mich, was es dort gab. Hier fand sich eine Quelle, bei der ich gleich eine Trinkflasche auffuellte. Das Wasser von dieser Quelle war wunderbar kalt und schmeckte himmlisch. Das war sogar besser als Mineralwasser. Der weitere Weg fuehrte dann noch ein bisschen auf- und abfuehrend an einem Hang entlang, wo mir auch schon ganz viele Grattler entgegenkamen. Irgendwann beschloss ich, Musik aufzulegen. Und zwar das Album 'Dehumanization' von 'Arch Enemy'. Insbesondere der Song 'Dead eyes see not future' passte irgendwie, wobei es bei mir heissen sollte 'Dead eyes see no mediteriean sea' :-). Dehumanization passte auch ganz gut, da es aus meiner Sicht auch ganz gut wg. dem, was ich hier als Mensch laufe. Ich bin immer wieder auf's Neue erstaunt, was mein Koerper alles kann. Normalerweise mache ich die Musik ja immer leise wenn ich in die Naehe von anderen Wanderern kam, aber dieses mal war's mir dann auch egal. Wenn das hier so eine Grattlerhochburg ist, dann spielt das ja auch keine Rolle mehr. Als es dann auf kleinen Huegeln weiter bergab zur Skistation fuehrte, sah ich hinter mir, dass sich dort etwas zusammenbraute. Ab und zu hoerte ich auch ein Donnergrollen. Da kann ich ja mal wieder froh sein, dass ich hier drueben bin. Allerdings hatte ich das Gefuehl, dass es allmaehlich hier rueberzog. Auf einer Schotterstrasse angekommen wechselte ich auch auf meine Sandalen. Dann war die naechste Entscheidung zu treffen, ob ich hier oben bei dem Dorf der Skistation einkehren wuerde oder gleich die 1600 HM absteigen sollte. Urspruenglich hatte ich ja geplant, dass ich hier oben einkehren wuerde um meinen Fuessen nochmal eine Erholungspause zu geben. Dieser Plan wurde dann in Anbetracht des evtl. herannahenden Unwetters ueber den Haufen geschmissen. Letztendlich waere das auch die richtige Entscheidung bei schoenem Wetter gewesen.
In der Ferne sieht man den Uebergang ueber den ich in das Tal gekommen bin

Zuerst stieg ich mit den Sandalen an den Fuessen die Schotterstrasse bergab. Als dann eine Abzweigung nach links ueber eine Wiese kam, wechselte ich dann wieder auf die Wanderschuhe. Dieser Wiesenweg endete letztendlich in einem Wald, den ich bis zur Ankunft unten in der Stadt nicht mehr verliess und genau das hat den Abstieg sehr angenehm gemacht. Dieser verlief naemlich zumeist auf einem herrlich weichem Waldboden, der sowohl Knie- als auch Fussschonend war. Erst mal ging's in unzaehligen Serpentinen herunter die nicht immer viel HM machten. Spaeter dann ueber eine sehr steil abfallende, mit Gras bewachsene Strasse auf der ich wohl die meisten HM pro Zeiteinheit machte. Waehrend des gesamten Abstieges hoerte ich immer wieder ein Donnergrollen hinter mir und ich bemuehte mich ja wirklich so schnell wie moeglich abzusteigen um nicht wieder dem Regen oder sogar dem Hagel wie vor 2 Tagen ausgesetzt zu sein. Aber da ich immer im Wald war, waere Hagel auch nicht das grosse Problem gewesen. Irgendwann zweigte dann auch mal der Weg ab und dieser fuehrte so steil herunter, dass ich ihn wohl auf dem Hintern runterrutschen haette muessen, wenn es geregnet haette. So aber konnte ich in dem weichen Waldboden wie auf Geroell absteigen. Das war auch etwas Neues fuer mich. Zwei weitere Beruehrungen mit der Schotterstrasse und unzaehlige Serpentinen vom Wanderweg weiter kam ich dann endlich unten in der Stadt an.
Ein Haufen Grattler mit der haesslichen Skistation

Sogleich wechselte ich auf die Sandalen und meine Fuesse fuehlten sich immer noch gut an. So, wie wenn ich nur ein paar hundert Meter heruntergelaufen waere. Dann machte ich mich auf die Suche nach einer Unterkunft, klapperte zig Hotels ab und bin nun fuer 40 EUR in einem Hotelzimmer. Beim Supermarkt kaufte ich Getraenke, Essen und Fruehstueck. Zum Essen holte ich mir eine grosse Pizza in's Hotelzimmer um mal richtig satt zu werden. Dann ging's an das Naehen von meiner Wanderhose. Es ist naemlich die Naht schon wieder an zwei Stellen aufgegangen. Ich naehe aber nur noch provisorisch. Die Hose muss naemlich nur noch fuer etwas mehr als 2 Wochen halten. Mit Freude habe ich heute naemlich festgestellt, dass heute Halbzeit ist! Ich koennte den GR10 damit in 30 Tagen, statt 52 Tagen fertig stellen. Morgen kann ich wohl auch wieder 2 Etappen zusammenlegen, aber das wird wohl einfacher als der Hatsch heute.