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Donnerstag, 07.08.2014
Tag 29 - Das Ende des Pyrenaeengebirges?
Irgendwo → Candachu → Ibon de Estanes → Refugio la Mina → Irgendwo
Candachu, das Pilgergrattlerdorf
(image by Alain Collet)

Das Aufstehen war relativ muehsam, da wir beschlossen, bereits um 5:30 Uhr aus den Federn zu springen. Es war noch draussen stockdunkel und wir mussten unsere Lampen die ersten paar Minuten nutzen bis wir genug Sonnenlicht bekamen. Heute brauchten wir tatsaechlich auch 1,5 Stunden fuer das Morgenprozedere mit Kaffee und Teekochen, Fruehstueck, Zusammenpackeln, etc. Bevor die anderen von dem Zeltlager aufstanden, waren wir bereits weg und machten uns auf den Weg nach Candachu. Zuerst ueber eine Forststrasse, waren wir schon bald auf einem Wanderweg unterwegs der uns an einer Stelle steil nach oben fuehrte, vorbei an irgendeinem alten Bunker oder aehnlichem. Das war schon seltsam, hier eine Art Bunker zu finden aber vllt. irre ich mich ja auch. Candachu konnten wir dann schon bald in weiter Ferne sehen. So recht schoen ist das aber nicht, da es wohl nur aus Hotels bestand. Auf dem Weg dorthin kamen wir auch noch an kampierenden Wanderern vorbei mit denen wir einen kleinen Plausch hielten. Die laufen auch auf dem GR11 und haben hier oben in gutem Sichtschutz vor der Polizei ihr Zeltlager, aeh Notbiwaklager ;-), aufgeschlagen. Nach ca. 1 Stunde haben wir es damit nach Candachu geschafft und durchquerten nun dieses Dorf das aussah wie irgendeine verlassene Westernstadt. Hier schien nur im Winter etwas los zu sein. Der Grattlerweg Santiago de Compostella verlaeuft hier irgendwo durch, weshalb es hier auch gleich 3 Refugios gibt. Von einem kam auch gerade Alain heraus, der es sich in einem der Refugios gemuetlich gemacht hat und weiter vorne liefen 2 Wandersfrauen die einfach nur noch einen laecherlichen Eindruck gemacht haben. Aber die laufen ja auch nur auf dem Jakobsweg.
Wanderszene nach dem Skifahrgebiet von Candachu
(image by Alain Collet)

Dann brauchten wir noch dringend einen Supermarkt und wie der Zufall es wollte, oeffnete gerade einer, als wir an diesem vorbeiliefen. So konnten wir endlich wieder unsere Vorraete aufstocken. U.a. Wurst, Schokolade, Obst und 3 Dosen Bier. Zum zweiten Fruehstueck gab's dann auch noch Schokomilch, Cola und Kaffee von der Bar. Der weitere Weg verlief dann noch kurz ueber die Liftstationen des Skigebietes, von denen der Wanderweg allerdings sehr schnell davon abzweigte. Der nun folgende Weg war zwar schoen, allerdings auch relativ buckelig und fuehrte immer wieder etwas rauf und runter bis ein relativ knackiger Aufstieg von ca. 50 HM kam der wieder deutlich steiniger war. Dann gab's noch eine Umleitung, da der urspruengliche Weg anscheinend etwas problematischer zu gehen war und ueber Steine ueber den Fluss hinweg fuehrte um dann im Wald weiterzufuehren. Das Wetter war etwas wolkig, ohne viel Hitze zuzulassen. Es wird merkbar waermer desto naeher wir zum Atlantik kommen. Im Wald fuehrte der Weg dann leicht aufsteigend weiter hoch, immer schoen sonnengeschuetzt, da nun die Sonne weiter herauskam. Leider hatte der schattige Wald auch bald ein Ende und es ging ueber Wiesen weiter um schlussendlich Anschluss zu einem Grattlerweg zu finden, auf dem es unzaehlig viele Grattler gab. Der Parkplatz war nur ein paar HM darunter. Viel gab es nicht mehr zu laufen, sonst haette ich auch nicht 3 Dosen Bier mitgenommen. Nach weiteren 200 HM hatten wir es geschafft und waren am See angekommen.
Steinige Wege
(image by Alain Collet)

Die nun folgende Pause von mind. 1 Stunde mit Brotzeit Deluxe haben wir uns auch verdient. Vllt. nicht wegen heute, dafuer aber wg. der letzten Tage. U.a. gab es fuer mich ein kuehles Bier :-). Der See war wunderschoen anzuschauen, nur schrieen wieder mal Spanier und dieses mal sogar auch Franzosen herum als ob sie hier alleine waeren. Aber sonst waere es ja auch kein Grattlerweg.
Der See zum pausieren
(image by Tobias Neckel)

Nur noch 150 HM fehlten fuer den heutigen Aufstieg. Links des Sees zog sich der GR11 weiter hoch bei dem wir beinahe eine Wegabzweigung verpasst haetten. Julie hat das schon einmal hier miterlebt und hat uns darauf hingewiesen. Dann sagte ich noch, dass ich ein Steinmaennchen aufbauen muss. Irgendwie wuerde ich es schoen finden, wenn jeder GR11 Gaenger in dieser Situation etwas die Markierung verbessert. Vllt. hilft das nachlaufenden GR11 Gaengern. Der Uebergang war dann doch eher sehr unspektakulaer und fuehrte wieder ueber eine huegelige Landschaft weiter nach unten. Dabei haben Julie und ich noch eine weitere Grattlergruppe ueberholt um dann wie die Bloeden herunterzurennen. Dabei stellte ich mir auch die Frage, wie ich als Bergfuehrer eine solche Grattlergruppe anfuehren wuerde.
Ich und mein Rucksack: Einfach unzertrennlich
(image by Tobias Neckel)

Zuerst gibt's ein Erstehilfekit fuer jeden Teilnehmer. Nur muss ich dann immer bei diesen Wanderungen zu Noteinsaetzen und frage die Teilnehmer immer nach ihren Erstehilfekits die dann verschwinden. Ganz am Anfang der Tour sage ich den Grattlern dann noch, dass wenn sie ganz viel Glueck haben, vllt. das ruelpsende Murmeltier hoeren koennen. So koennte ich den Grattlern immer kuehles Bier in dem versiegelten Erstehilfe Kit aufdraengen und haette immer genug Bier mit dabei um dies dann um die Ecke zu trinken und Murmeltier zu spielen... :-).
Der Wanderweg bei dem wir das laufen anfingen
(image by Alain Collet)

Nach der huegeligen Landschaft kam dann ein sehr, sehr langgezogenes, hochgelegenes Tal, das wir mind. 1 Stunde entlang laufen mussten. Teilweise war dieser Weg sehr matschig, aber noch soweit OK zum gehen. Zum Zeitvertreib um auf Tobi zu warten spielte ich auch Distelgolf. Das funktioniert so, dass man einen Wanderstock wie einen Golfschlaeger haelt um dann mit dem Endstueck die Distelkoepfe fliegen zu lassen. Das funktioniert teilweise wirklich prima! Gegen Ende des fast unendlich langen Tals stieg dann Julie noch bei einer Abkuerzung knoecheltief in einen Matsch und Tobi und ich beschlossen dann doch, lieber einen anderen Weg zu nehmen. Zusammen liefen wir dann weiter vorbei an irgendeiner verschlossenen Huette, und sahen dann schon die Schotterstrasse, welche 400 HM weiter herunter fuehrte, bei denen die ersten Kehren noch durch einen Wanderweg abkuerzbar waren. So wechselte ich wieder auf die Sandalen um diesen Weg fuer die naechste Stunde weiter zu folgen.
Blick das Tal entlang, wo wir weiter unten biwakierten
(image by Alain Collet)

Eine Quelle gab's dann auch noch zwischendurch auf der rechten Seite. Hier haben wir auch alle Behaelter aufgefuellt, da es am Refugio kein Wasser gibt. Ich wusch zusaetzlich noch meine Wandersocken um im Anschluss daran barfuss in den Sandalen weiterzulaufen. In dem kleinen Brunnen wird deshalb wohl die naechsten Aeonen nichts mehr wachsen... Die Ankunft bei der Holzhuette war etwas seltsam. Wir waren nicht sicher, ob dieses verfallene Etwas tatsaechlich unsere Zielunterkunft war. Laut Fuehrer war die Huette aber auch schon dabei zu verfallen. Alles andere als sicher, dass das unser Ziel war, liefen wir weiter bergab. Hier konnten wir sowieso wg. dem Zustand der Huette nicht bleiben. So liefen wir auf irgendeinem Weg weiter der zu einem anderen Haus fuehrte welches auch heruntergekommen war und liefen weiter ueber Bruecke irgendwo zu einer ebenen Stelle am Fluss. Dabei winkte uns auch Alain zu, der sich in der Naehe der vorherigen Huette gemuetlich gemacht hatte und er beschloss sich uns anzuschliessen um weiter unten beim Fluss zu uebernachten.
Die gemuetliche Sitzbank bei unserem Biwakplatz
(image by Tobias Neckel)

Das Waschen war kein Problem, da das Bad im Fluss sehr warm war. Unsere Vermutung war, dass das von den Kuehen kommt, die weiter oben in den Fluss machen ;-). Um auf Nummer sicher zu gehen, dass es hier in der Naehe wirklich keine Quelle gab, suchte ich unseren Standort im Umkreis von vllt. 500 Metern ab um wirklich sicher zu sein, dass wir am naechsten Tag keine gute Quelle vermissten. Allerdings gab es trotz Kuhzaun keine Quelle, z. B. fuer eine Kuhtraenke, zu sehen. Immerhin fand ich den Fluss, der definitiv besseres Wasser lieferte, als das kuhverschissene Etwas, das sich vor unseren Zelten dahinbewegte und uns als Bad galt. Da haette ich sogar bezweifelt, dass die Micropur zum Reinigen des Wassers etwas gebracht haette. Wir warteten dann noch bis die Sonne untergegangen war um dann unser "Notbiwak" aufzuschlagen. Kurz nach Sonnenuntergang fingen [wir] gleich das Kochen an. Ich war heilfroh, dass ich 2 Bier mitgenommen hatte, die es galt heute noch zu vernichten. Das Abendessen selbst war sehr abwechslungsreich. Zuerst 2 unterschiedliche Pastanudeln bei denen ich leider bei der ersten Portion zuviel Wasser verwendete. Deshalb war es keine Sauce zu den Nudeln sondern eher eine Nudelsuppe. Dann Obst, Brot und Sardinen, gefolgt von Schokolade als Nachspeise. Der Abend haette kaum schoener sein koennen. Es wurde auch nicht wirklich kalt. Einzig die paar Fliegen und Muecken waren ein kleines Problem, aber das Mueckennetz im Zelt brachte Abends eine gute Erleichterung.