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Dienstag, 05.08.2014
Tag 27 - Schnee, Geroell und ein langer, harter Tag
Banos de Panticosa → Refugio Ibones de Bachimana → Collado del Inferno → Ref. de Respomusa → Sallent de Gallego

Der heutige Tag gehoert wohl zu einem der anstrengendsten des GR11. Es waren viele HM zu ueberwinden und ein gewaltiger Abstieg.
(image by Tobias Neckel)

Wir sind relativ frueh aufgestanden und ich war total uebermuedet, da ich fast nicht geschlafen habe. Im Gastraum haben wir dann die selbstmitgebrachten Sachen gefruehstueckt und von der Huette selbst habe ich mir 3 Pepsi eingepfiffen um etwas Zucker fuer den Aufstieg zu haben. Der Aufstieg begann auch schon gleich in der Naehe der Huette und verlief deutlich unregelmaessiger als der gestrige Abstieg in ein paar Schlangenlinien hoch. Der Weg folgte auch einem Flusslauf, der wie so oft wieder eine Engstelle als Attraktion bot bei der der Weg an einem um so steileren Abhang verlief. Da der heutige Tag wohl [der] letzte Tag ist, an dem Julie mitlaeuft (sie will heute zum HRP abzweigen und damit nicht mehr auf dem GR11 wandern), gab ich etwas mehr Stoff. Julie konnte aber trotzdem problemlos mithalten. Sie ist wohl von den Halbmarathon-Laeufen gut durchtrainiert. Tobi hingegen hat sich Zeit gelassen. Er hatte wohl keine Lust auf diesen Unsinn :-). Nach 400 HM wunderschoenen Aufstieg gab es dann die Huette Ibones de Bachimana, die zwar nicht auf dem direkten Weg lag, aber nur einen kurzen Abstecher verlangte, um kurz einzukehren. Dort gab's naemlich auch eine heisse Schokolade fuer mich! Fuer ca. 40 Minuten sind wir dort geblieben und auch eine weitere Dose Pepsi gab's fuer mich. Dann mussten wir auch schon weiter nach oben, es war keine Zeit zu verlieren da der heutige Tag sehr anstrengend sein wird.
Geeeleee Scheeesseee! Geroell!
(image by Tobias Neckel)

Der weitere Wanderweg hatte auch noch mehr zu bieten. Es gab hier naemlich sehr viele kleine Seen zu bestaunen. Der Wanderweg hier hoch war aber teilweise nicht einfach zu finden. Immer wieder mal verloren wir den Wanderweg und fanden aber spaeter wieder zu diesem zurueck indem wir der Richtung des GR11 lt. Karte folgten. Weiter oben lag dann auch noch sehr viel Schnee, weshalb wir oft vom Wanderweg abgewichen sind um schneefrei und damit etwas erholsamer zu laufen. Es war auch noch eine weitere Pause fuer mich noetig, da ich mich sehr kaputt fuehlte. Es ist nicht mein Tag, ich fuehlte mich ziemlich schlapp. Das lag vllt. an dem wenig Schlaf... :-). Irgendwelche Heruntersteigenden hatten ihren wahren Spass daran, in dem Schnee abzufahren und ich beneidete jeden darum. Wie gerne waere ich hier noch ueber den Schnee mit meinen Bergschuhen abgefahren. Der Uebergang selbst war dann wieder schneefrei, allerdings waren noch 50 weitere HM zum Uebergang direkt daneben zu schaffen. Um diesen zu erklimmen war tatsaechlich etwas Kraxelei noetig. Der dann folgende Abstieg war dann noch steiler, und dieses mal kam man um etwas mehr Kraxelei nicht umher. Weiter unten Schneefeld, direkt nach dem steilen Abstieg und deshalb sehr steinschlaggefaehrdet legten irgendwelche Grattler ihre scheiss Steigeisen in ca. 15 Minuten lang an um das nun folgende Schneefeld zu ueberqueren. Hallo? Fuer dieses Feld braucht es keine Steigeisen! Das ist herrlichster Pappschnee, bei dem sogar beim Abrutschen nicht viel schief gehen kann. Nach dem Schneefeld ging's dann ueber irgendwelche Geroellwege herunter, bei denen Tobi und ich uns einen Wettlauf geliefert hatten. Tobi gewann, da es ihn 2x auf dem Schneefeld hingehaun hat. Das machte einen Punkt, naemlich einen halben fuer jedes Hinfallen auf dem Schneefeld. Wenn's geblutet haette, waeren auf einen Schlag 2 Punkte drin.
Einer von den unzaehligen Seen
(image by Tobias Neckel)

Beim weiter unten liegenden See pausierten wir dann, wobei das Gras nicht gerade einladend war. Aus irgendeinem Grund war das sehr stachelig. Das Lunch war wieder mal sehr lecker, aber leider ohne Bier. Es dauerte aber noch eine weitere Stunde, bis wir das naechste Refugio erreichten, wobei der Weg dorthin alles andere als einfach war. Die Markierungen waren oft nicht vorhanden und der Weg wurde umgeleitet um direkt zum Refugio hinzufuehren statt den Wanderern die Option zu lassen am Refugio vorbeizulaufen. Dieser Weg hatte es dann aber wassertechnisch auch in sich. Es waren zwei Fluesse [zu] ueberqueren, wobei es Julie schon 1x zuvor in einen Fluss geschmissen hat. Bei dem ersten dieser beiden Fluesse hat es sie zwar nicht hingeschmissen, allerdings sind ihre Schuhe wieder nass geworden und beim dritten Fluss hatte sie keine Lust mehr darauf und sie ist einfach durch den Fluss gewatet, da sowieso schon alles nass war.
Beim ersten Uebergang, bevor es nochmal die 50 weiteren HM hoch ging
(image by Tobias Neckel)

Beim Refugio angekommen gab es erst mal fuer Julie, Tobi und mich ein Bier. Das hatten wir uns definitiv verdient und war fuer den weiteren Abstieg auch bitter noetig. Dann stand eigentlich die Verabschiedung von Julie an. Eigentlich, denn sie hat sich nach einer Stunde dazu entschieden doch mit mir bis zum Atlantik zu wandern was mich natuerlich ueberaus freute. Der weitere Weg war sehr anstrengend, da es sehr lange bergab ging. Immer mehr Grattler liefen hier herum. Zwischendurch gab es noch eine kleine Pause bei einer Bank, kurz danach kam der Parkplatz. Fuer uns hiess das aber noch weitere 2 Stunden Abstieg. Die Fuesse schmerzten auch schon sehr und bald wechselte ich auch wieder auf die Sandalen.
Ueber Gras
(image by Tobias Neckel)

Mit Julie hatte ich ausgemacht, dass wir nun das Zelten priorisierten und weniger in Hostels uebernachten wuerden wenn das moeglich waere. Nun hat es sich leider herausgestellt, dass der Zeltplatz im Zielort saniert wurde, weshalb wir deshalb im Hostel Maximiliana oder so aehnlich uebernachteten nachdem eine zuvor besuchte Unterkunft nur ein 3-er Zimmer bot. Alain trafen wir dann auch auf einmal bei einem Supermarkt. Er hatte die Talvariante gewaehlt, da ihm irgend so ein Grattler erzaehlt hat, dass man fuer die Tour auf jeden Fall Steigeisen braucht. Er hat sich damit einen sehr, sehr anstrengenden Tag eingespart, ganz sicher einen der anstrengendsten des ganzen bisherigen GR11. Das Hotelzimmer war mit 60 EUR fuer ein DZ zwar teuer, aber auch gut. Das Abendessen nahmen wir zusammen mit Alain in seiner Unterkunft zu uns und alles schmeckte wirklich prima!