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Donnerstag, 31.07.2014
Tag 22 - Ein bisschen viel Autobahn
Camping El Forcallo → Las Collas → Collado de Urdiceto → Parzan
Beim Aufstieg
(image by Alain Collet)

Nach dem ganzen Bier war der Abend eher ruhig und konversationsarm und wir gingen wieder mal frueh in's Zelt. Jeder in sein eigenes, wobei meines weit vom Tobi entfernt war, um dem Schnarchen etwas zu entkommen. Da ich wieder mal in Windeseile eine Kurzfassung vom Wandertag herunterschrieb, kam ich als letzter zum Zelt und machte mir Sorgen, dass vllt. irgendein Baum um mich umgeholzt wird. Das Einschlafen lief relativ schnell, aber wieder mal wachte ich gegen 3 Uhr auf um mich dann eine Stunde lang hin- und herzuwaelzen. Dann klingelte auch schon der Wecker um 6 Uhr und ich war mal wieder fix und alle. Aber es hilft ja nix. Als ich den Wecker noch 5 Minuten weiterstellte, war das nur ein Wimpernschlag und ich richtete mich im Bett auf um Stueck fuer Stueck mein Graffl zusammenzupackeln um dann wieder alles vor's Zelt zu schmeissen. Dann raus aus dem Zelt, das Zelt zusammenpackeln und dann auf zum Fruehstueck. Dazu fanden wir uns bei einer Bank beim Campingplatz ein um dann sehr gut zu fruehstuecken. Wurst, Kaese und leider keine sehr sehr geile Schokomilch, da mir die Paeckchen schon lange ausgegangen sind. Dann ging's noch zur Toilette, wo ich feststellen musste, dass der Strom immer noch abgestellt war. Der Campingplatz befindet sich naemlich auf ca. 1500 HM Hoehe ohne jegliche Stromversorgung und in der Nacht wird hier der Strom abgeschaltet. Dann war auch schon alles fertig fuer den Abmarsch und um kurz vor halb 7 starteten wir in die heutige Etappe.

Der erste Weg fuehrte uns erst mal ueber eine Autobahn die uns in vielen Kehren nach oben fuehrte. Eigentlich klingt das genauso wie viele andere Beschreibungen, welche ich schon ueber diese Tour verfasst habe, aber leider hat so ein Autobahnhatsch auch nichts Schoenes an sich. Ab und zu zweigte ein Wanderweg ab, der viele Kehren der Autobahn verkuerzten, aber das war's dann auch schon. Fuer ungefaehr 1 1/2 Stunden mussten wir dieser Autobahn folgen, bis wir endlich bei Cabana Sallena nach den ersten paar hundert HM auf einen Wanderweg gelangten. Nun fing also erst die richtige Wandertour an. Viel Aussicht und schoene Berge hatte diese Tour allerdings nicht zu bieten. Ja, eigentlich ueberhaupt nichts. Die Suedtiroler die uns gestern versucht haben abzufuellen meinten bereits, dass es auf diesem Wanderweg nicht wirklich viele Markierungen gibt. Julie versucht immer mit ihrem Wanderfuehrer und dem darin enthaltenen Text zu navigieren und ich habe dafuer ehrlich gesagt wenig Verstaendnis, wenn ich eine gute Karte mit dabei habe. Das ist doch 1000x besser, als irgendein Text, der sich auf sehr viele Stellen beziehen kann. Aber gut. Wir haben uns so und so nicht verlaufen und so liefen wir HM fuer HM hoeher und Julie, unser Roadrunner, hatte mal wieder ihren Turbo eingeschaltet. Die stuermt wirklich den Berg hoch wie wenn es ihre letzte Wanderung waere. Ueber viele Grasbuckel und dann bald steinigerem Weg zog sich der Weg nach oben, bot immer noch nicht viel Ausblick und in der Ferne konnten wir schon bald den Uebergang sehen, bei dem auch eine Schutzhuette stand. Ab dort wuerde es nur noch bergab gehen, allerdings mussten wir nochmal gut 50 HM runter, um dann diese 50 HM wieder hochzulaufen.
Die Naturwattestaebchen
(image by Alain Collet)

Bei der Huette am Uebergang angekommen, auf nur 2300 HM, haette ich mir eigentlich einen schoenen Ausblick erwartet, aber auch hier war nichts. Einfach nichts. Irgendwo in der Ferne sah ich einen grossen Berg welcher teils mit Schnee bedeckt war, aber das war's dann auch schon. Tja, nicht ein ganz so toller Wandertag. Bei der Huette machten wir es uns gemuetlich und pausierten fuer eine gute halbe Stunde. Waehrend Tobi 2 Bier mit sich trug, hatte ich eines in meinem Rucksack und Tobi bot mir eines von seinen beiden an. Hm... es war aber nicht einmal 11 Uhr, ich glaube sogar, dass es kurz nach 10 Uhr war. Hm... nachdem ich dann etwas gegessen hatte, naemlich ein bisschen Baguette und kleine Mini-Salami, ging's dann an's Bier. Das kann ja nicht sein, dass ich beim Uebergang kein Bier trinke, wenn ich schon eines zur Hand habe. Da kann doch ich nichts dafuer, dass Julie immer so frueh loslaeuft. Vllt. sollte ich meine Uhr einfach 3 Stunden nachstellen, sodass es um 9 Uhr 12 Uhr waere. Dann wuerde ich auch immer erst um 2 Uhr nachts ins Bett gehen was zu meinem normalen Tagesrythmus besser passen wuerde.
Am hoechsten Punkt fuer heute, links oben versteckt sich ein See
(image by Alain Collet)

Nach der kleinen Pause ging's nun weiter zum naechsten Autobahnhatsch. Hier oben fuehrt naemlich eine Schotterstrasse nach unten und als wir um die erste Kurve gebogen sind, waren auch schon die ersten Autos sichtbar. Einmal wurde diese Autobahn noch kurz abgekuerzt und zwar ueber einen Weg, der mit etwas Geroell bedeckt war. Bedeckt trifft die Situation ganz gut, da ich irgendwann in einen scheinbaren schoenen Haufen Geroell springen wollte, nur war unter meinem rechten Fuss dann auf einmal kein Geroell sondern ein Stein und ich bin umgeknickt. Ja fix hat das weh getan und tut immer noch weh wenn ich damit fester auftrete. So ging das Humpeln weiter. Den anderen beiden habe ich aber, nichts davon erzaehlt, sonst fragen die nur noch mehr wg. meinem Haxen nach. Nicht nur, dass mir mein linker Fuss sowieso weh tut, jetzt schmerzt auch noch mein Linker [Rechter! Vllt. war der linke damals aber doppelt so schmerzhaft :-)]. Ja was fuer eine Sch*****. Die Voltaren und Ibuprofenpillen habe ich jetzt auch abgesetzt, weil's meinem Magen ja gestern schlechter ging. Ich bin gespannt, ob mein Fuss wieder anschwillt. Mein Zeher von dem ich gestern noch den Nagel abziehen musste, schmerzt heute auch noch ein bisschen, aber das sollte nur einen Tag dauern. Zurueck auf der Autobahn liefen wir noch etwas mehr als eine Stunde weiter bergab und begegneten gut 3 Wanderern, die wohl auch auf dem GR11 oder HRP unterwegs waren. Einer davon fragte auch nach, ob man dort oben zelten koennte. Ja der macht's richtig. Schoen gemuetlich aufsteigen und dann oben zelten. Schneller als erwartet taten mir dann auch schon die Fuesse weh. Gestern entfernte ich mir auch noch etwas Hornhaut, was wohl nicht so clever war. So stieg ich jetzt auch auf die Sandalen um, fixierte die Wanderstoecke an meinem Rucksack und lief so etwas schmerzfreier weiter.
Huebscher Weg runter, danach kam die lange Autobahn
(image by Alain Collet)

Nach eben einer guten Stunde machten wir uns dann daran, einen schoenen Siestaplatz zu suchen und fanden alsbald auch einen. Unter einem schattigen Baeumchen machten wir es uns gemuetlich, breiteten uns aus und verputzten so ziemlich alles, was sich noch in unserem Rucksack befand. Guter Kaese, Schinken, Schokolade, Baguette, Sardinen. Ja, so ist ein wirklicher Urlaub. Nicht nur beim Bier ist es so, dass es besser schmeckt wenn man vorher etwas sportlich aktiv war, auch das Essen schmeckt besser. Hier gab's dann auch das zweite Bier aus meinem Rucksack, schliesslich will ich das auch nicht laenger mit mir herumschleppen. Dann ging es zur wohlverdienten Siesta ueber. Wir streckten unsere Beine aus, legten uns in den Schatten und machten es uns fuer ca. eine Stunde gemuetlich. Waehrend dieser Zeit toetete ich ca. 10 Ameisen, welche sich erdreisteten, an mir hochzukrabbeln, dann auch noch eine Raupe. Die Fliegen wollten sich auch zuerst ueber die Stelle mit dem abgezogenen Zehernagel hermachen. Dagegen half dann, dass ich einen Socken ueber den Ballen gezogen habe und Schluss war's mit dem Schlemmern von dem Blutplasma oder was auch immer da heraussiffte. Unsere Zelte trockneten wir auch noch in dem Sonnenschein waehrend der Siesta und die Sonne verdraengte den Schatten immer mehr und mehr, sodass zuerst unsere Beine, dann auch der Oberkoerper immer mehr dem Sonnenschein ausgesetzt war. Entweder wir warfen irgendetwas ueber die Beine oder wir rueckten immer weiter in den Schatten.
Parzan
(image by Alain Collet)

Dann packelten wir wieder alles ein und ich lief mit meinen Sandalen weiter runter. Auf die Wanderschuhe hatte ich heute ueberhaupt keine Lust mehr. Achja, an einem Kraftwerk ging's vorher auch noch vorbei, weshalb die Autobahn auch noch mit Strommasten verschandelt war. Allmaehlich fuhren auch wieder die Autos von oben herunter und jedem Auto zeigte ich nicht das Anhaltersymbol mit dem Daumen nach oben sondern mit dem Daumen nach unten. Thumbs down! That's the way of GR11 hikers! Nach viel mehr Fussschmerzen gelangten wir so endlich runter zur Hauptstrasse, wo der Wanderweg gleich wieder steil nach oben vllt. 20 HM abzweigte und etwas ueber der Strasse verlief, statt direkt ueber die Strasse die vllt. 15 Minuten Fussmarsch weiter nach Parzan zu fuehren. Anscheinend geht diesen Weg auch niemand, da der Wanderweg sehr zugewuchert war und nicht nur mit einfachen Baeumen oder Blaettern die in den Weg hineinreichen sondern auch mit Dornen. Dann verlief der Weg ploetzlich auf irgendeiner mit Betonplatten verschlossenen Wasserfuehrung um zuletzt wieder steil nach Parzan herunterzufuehren. Hier durften wir dann doch wieder erst noch auf die Hauptstrasse herunterlaufen und wir kehrten beim naechsten Barsupermarkt ein. Hier war naemlich die Bar direkt an den Supermarkt angegliedert. So gab's fuer uns erst mal ein Eis und fuer mich noch einen Liter herrlich erfrischendes Mineralwasser. Allerdings hatten wir immer noch keine Unterkunft. Der Barkeeper sagte uns, dass das "Tourismo Rural Maria" oder so geschlossen ist und es in der naechsten Stadt einen Campingplatz geben wuerde. Nein, so einfach nehme ich das nicht hin. So liefen wir weiter zur Tankstelle um Campinggas nachzukaufen. Die hatten zu meinem Glueck genau die richtigen Kartuschen mit dem Drehverschluss die es so selten auf dem GR11 zu kaufen sind. Der Bedienstete bei der Tankstelle sagte uns dann auch, dass das Tourismo Rural existiert und wir einfach nur in's Dorf hochlaufen muessten.
Shopping mit dem Einkaufswagen
(image by Tobias Neckel)

So quartierten wir uns in einem Appartement ein, das wir fuer einen Tag fuer 70 EUR mieten. Zu dritt ist das noch zu verkraften. Hier gibt's auch eine Waschmaschine, was die Waschaktion mal wieder sehr erleichtert hat. Auf diese Weise wird die Kleidung auch wieder richtig sauber. Dann ging's noch zum Grosseinkauf in den Supermarkt. Wir beschlossen naemlich, heute selbst zu kochen. Es gibt gekochte Zuchini als Vorspeise, dann Nudeln mit Bolognesesauce. Tja, das war's dann auch schon. Mal schaun, wie's wird.
Und auch noch ein Bild mit Tobi
(image by Tobias Neckel)

So, nun haben wir 1 Stunde auf das kochende Wasser gewartet und mussten dann feststellen, dass der Herd nur auf die niedrigste Stufe eingestellt war. Die Nudeln die wir schon vorher in's Wasser gegeben hatten, koennten damit sogar an der Decke kleben. Aber es wird schon :-).