Translate page to English
Traduire la page en fran├žais
GR11   Vorwort   1   2   3   4   5   6   7   8   9   10   11   12   13   14   15   16   17   18   19   20   21  22  23  24  25  26  27  28  29  30  31  32  33  34  35  36  37
GR10   Vorwort   1   2   3   4   5   6   7   8   9   10   11   12   13   14   15   16   17   18   19   20   21  22  23  24  25  26  27  28  29  30  Tagebuch herunterladen
 
 
 

 

Sonntag, 13.07.2014
Tag 4 - Laenger als erwartet
La Jonquera → Santa Eugenia → la Vajol → Macanet de Cabrenys

Deutlich laenger und beschwerlicher war der Weg heute. Nicht nur, dass er laenger als im Fuehrer angegeben war, auch die zurueckgelegten HM waren doch etwas mehr.

Auf 8 Uhr stellte ich mir den Wecker, der dann auch rechtzeitig bimmelte. Irgendwie war ich mir aber nicht sicher, ob ich aufstehen sollte, um meinen Beinen evtl. noch etwas mehr Zeit zum Erholen zu geben. Deshalb stellte ich den Wecker weiter auf 9 Uhr, stand dann aber doch schon um 8:30 Uhr auf weil ich noch die Morgenkuehle geniessen wollte. Gepackt war schnell und nach einem Blick auf die Karte zog ich wieder die Sandalen an. Darunter meine neu erworbenen 2 EUR Socken bei denen ich schon gespannt war, wie lange diese halten werden und darunter eine Strumpfhose und darunter am rechten Fuss die verklebte Ferse mit der offenen Blase. An beiden Ballen hat sich mittlerweile auch eine Blase gebildet. Die Blasen bekomme ich hier aus irgendeinem Grund schneller als sonst. Das kann vllt. wirklich an den vielen Autobahnhatschereien liegen.

Ich war mir nicht mehr sicher, ob ich das Fruehstueck mitbestellte aber Hunger hatte ich sowieso nicht, weshalb ich gleich loslief. Stellte sich nur die Frage, wohin, da meine 1:50k Karte nicht gerade aufschlussreich war. So lief ich erst mal die Stadt weiter entlang bis ich meinte, dass das auch nicht stimmen kann, dann rueber zur Hauptstrasse von der es einen Untergang geben sollte, passierte einen Markt bei dem ich 2 Aepfel kaufte sowie 2 paar Socken die auch ueber die Knoechel reichten und verputzte die beiden Aepfel waehrend dem Weitergehen sozusagen als Fruehstueck. Am Ende des Marktes fand ich dann auch die rot-weisse Markierung an der Unterfuehrung und war somit wieder auf dem richtigen Weg unterwegs - wenn ich nicht gerade auf der franzoesischen Seite herumlaufe... Langsam zog sich auch dieser Weg nach oben. Er war auch eine richtige Autobahn. Mehr Schotter als Wanderweg. Stueck fuer Stueck quaelte ich mich weiter diesen Weg entlang, der irgendwie einfach nicht aufhoeren wollte. Windung um Windung zog er sich den Berg dahin. Landschaftlich war das anfangs ja noch ganz spektakulaer. Z. B. surreal wirkende Landschaften mit grossen runden Steinbloecken auf oder neben denen vereinzelt verkrueppelte Baeume wuchsen. Etwas erleichtert war ich dann schon, als ich beim ersten Wegweiser angekommen war. Allerdings hiess das auch, dass jetzt noch mind. 1 Stunde weiterer Autobahnhatsch anstehen wuerde. Aber 's hilft ja nix. Weiter ging's und hinter mir hoerte ich auf einmal irgendein Rumoren wie von einem Auto. Da fahren doch tatsaechlich Beachbuggies auf dem Wanderweg herum. Ja, das ist tatsaechlich eine Autobahn. Die rasen hier ganz schoen dahin. Aber anders ist dieser Weg auch nicht auszuhalten. Immer wieder stellte ich mir die Frage, ob ich hier richtig war. Einer der Beachbuggyfahrer konnte mir das immerhin auch bestaetigen. Endlich kam ich dann bei der Santa Eugenia heraus, bei der ich erst mal mein ganzes Graffl ablegte um etwas zu entspannen. Dort las ich auch den Wegweiser nach la Vajol, der mich rechts an der Kapelle vorbeifuehren wollte. Hm... Im Fuehrer stand allerdings, dass es links von der Kapelle weitergehen wuerde. Ja, der Wegweiser orientierte sich wirklich nicht am GR11 sondern haette mich ueber einen laengeren Wanderweg nach la Vajol weitergefuehrt.

So folgte ich dem Weg links von der Kapelle, der sich wieder als Autobahn herausstellte, die nach einer weiteren Ewigkeit an der Hauptstrasse endete welche es nun viele HM nach oben zu laufen ging. Na prima, erst Schotterstrasse, jetzt auch noch eine normale Fahrstrasse. Bald verlaeuft der GR11 dann auf der Autobahn... Bei der Kapelle brachen kurz vor mir bereits 2 Wanderer auf und nun traf ich diese wieder bei der Hauptstrasse, wie sie am Rand sassen um ein schattiges Plaetzchen zum Verschnaufen ausnutzen zu koennen. Ja, dieser Weg ist wirklich bescheiden und ein paar mal setzte auch ich mich an den Strassenrand um auszuruhen. Um der Langeweile vorzubeugen lies ich nebenbei wieder Musik auf meinem Handy laufen um auch ein bisschen mitzusingen. Hauptsache Ablenkung hiess die Devise. Nach vielen weiteren Windungen gelangte ich dann endlich nach la Vajol, wo ich als erstes einen kleinen Brunnen entdeckte, der super kuehles Trinkwasser lieferte. Wieder mal nahm ich meinen Schlapphut, durchnaesste ihn um diesen anschliessend als Kuehlung im Nacken zu verwenden. Der Hut wird wunderbar kalt, wenn es heiss ist und die Verdunstung dem Wasser Energie entzieht. Davon habe ich bisher schon oefters Gebrauch auf dieser Tour gemacht. Dieses mal tat's aber das kuehle Wasser alleine.
Die frische Quelle bei la Vajol
(image by Alain Collet)

In La Vajol selbst kehrte ich dann bei irgendeinem Restaurant ein und bestellte mir zuerst einmal einen Liter Wasser. Zum Essen gab's dann etwas, das sich auf der Karte Burger schrieb. Allgemein war die Karte wieder mal sehr amuesant, weil die wirklich versucht haben, eine Deutsche Unterschrift unter jedem Gericht anzubringen. Das Gericht Bikini wurde z. B. auch mit Bikini uebersetzt, was fuer mich nicht wirklich viel Sinn macht. Das Gericht Burger war dann eigentlich wie ein Burger, nur dass die Brotscheiben nicht mitgegeben wurden sondern Baguette und der Salat und das Fleisch separat kam. Lecker war's auf jeden Fall. Um mich fuer den Abstieg vorzubereiten, zischte ich mir auch noch 2 Dosenbier rein sowie eine weitere Flasche Wasser. Den Trinkbeutel fuellte ich nicht weiter auf. Ein gefuehlter halber Liter sollte noch drin sein und ein weiterer halber Liter war mit der Reserveflasche ja sowieso immer mit dabei.
Macanet de Cabrenys
(image by Julie Baudouin)

Der Abstieg an sich verlief endlich wieder auf einem wunderschoenen Wanderweg, wobei ich mich ab und zu schon wundern musste, wieso ich denn teilweise Richtung Westen wanderte, weshalb ich hier und dort meinen Kompass herausholte um mich etwas zu beruhigen. Die rot-weissen Markierungen gaben mir seit dem Erlebnis gestern keine Sicherheit mehr. Teilweise verlief der Abstieg schon sehr sehr steil, eigentlich genauso wie ich es haben moechte. Schon bald kam ich unten auf der Strasse heraus, wie ich es auch von der Karte her erwartet habe und ueberquerte eine Bruecke. Da kam mir ein aelterer, weissbaertiger Mann entgegen, der auch einen grossen Rucksack trug und einfach nur gluecklich aussah. Hm... Ich glaube, dass der am Atlantik gestartet ist und jetzt nur noch 3x uebernachten muss um am Ziel zu sein. Nach der Bruecke zweigte der Weg wieder rechts ab in einen wahren Irrgarten an Wegen. Die 1:50k Karten, welche ich nutzte, waren nicht wirklich aussagekraeftig. Kein Vergleich zu den SwissTopo Karten mit 1:25k. Das sind Karten, mit denen man auch ohne Wegweiser auskommen wuerde. In dem Irrgarten wunderte es ich, dass es staendig bergauf ging. So ganz kann das doch nicht stimmen. Auch das Hoehenprofil in dem Fuehrer enthielt diesen langen Aufstieg nicht. So befuerchtete ich, dass ich evtl. wieder weiter oben in La Vajol herauskomen koennte, lief aber trotzdem weiter. Was soll ich auch anderes tun. Zumindest gemaess den Hoehenlinien von der Karte konnte der Aufstieg stimmen. Endlich sah ich dann vor mir auch endlich die Strasse, der ich noch ein paar Meter folgen musste, um wieder auf den naechsten Wanderweg zu kommen. Nachdem die ersten paar hundert Meter prima rot-weiss markiert waren, wunderte ich mich, dass ploetzlich keine Markierungen mehr zu sehen waren. Auf einmal konnte ich diese nur noch sehr selten erblicken, allerdings fuehrte der Weg durch eine wunderschoene Landschaft: Runde grosse Steinbloecke ueber die ich hinwegschreiten musste. Irgendwie sah das wie kuenstlich geschaffen aus, aber doch hat das die Natur wohl ueber Jahrtausende oder gar -millionen irgendwie geschaffen.
Kirche in Macanet de Cabrenys
(image by Julie Baudouin)

Dann kam ich endlich ueber eine langgezogene Allee in Macanet de Cabrenys heraus wo ich mich erst mal nach der empfohlenen Unterkunft umschaute. Ueber eine kleine Gasse, welche links und rechts mit alten Haeusern umziert ist, gelangte ich in's Zentrum um dann die Botschaft zu empfangen, dass bei der Zielunterkunft kein Zimmer mehr frei ist. Die Empfehlung war, an's Hotel am anderen Ende von der Ortschaft zu gehen. Ansonsten gaebe es hier kein anderes Hotel. Ja prima, aber ich habe doch vorhin irgendwo ein Schild mit "Room" gelesen. Also hatschte ich genau dort hin und zum Glueck bekam ich dort ein Zimmer. Irgendwo im zweiten Stockwerk bin ich jetzt im Zweibettzimmer, wobei das Zimmer mir alleine gehoert. Das Bad ist der Wahnsinn. Absolut neu und schoen. Beim Duschen brauste ich mir erst mal die Fuesse kalt ab. Die haben's wirklich noetig und das tat unglaublich gut nach dem langen Hatsch der letzten Tage. Die Waesche wurde auch gemacht und dann ging's erfolglos weiter, einen Supermarkt suchen um dann gleich weiter zum Fussballschauen zu gehen.

Tja, nun sitze ich hier und schaue die Verlaengerung. Aber mich beschaeftigt eine Frage vielmehr: Soll ich heute noch meine zwei Blasen an den Fussballen oeffnen? Die Blasen schmerzen mittlerweile einfach so und evtl. ist ein oeffnen deshalb besser. Mal schaun, was ich heute Abend nach dem Spiel noch machen werde... Dann Ole Ole liebes Tagebuch.